Pressekonferenz der Aktion Aufschrei und Veranstaltung "Volkes Stimmen"

Alltag an unserer Hochschule ist es, in den Seminaren auch in die Praxis zu schauen. Zwei Beispiele aus den Lehrveranstaltungen von Prof. Dr. Annett Schulze sollen Euch einen Einblick gewähren.

Alltag an unserer Hochschule ist es, in den Seminaren auch in die Praxis zu schauen. Zwei Beispiele aus den Lehrveranstaltungen von Prof. Dr. Annett Schulze sollen Euch einen Einblick gewähren.

© Samira Paul, Studentin im Studiengang Journalismus 2015

Was verbirgt sich hinter der "Aktion Aufschrei"?

Auf der Webseite heißt es: „Wir sind mehr als hundert Organisationen der Friedens- und Entwicklungszusammenarbeit“, so steht es in der Beschreibung der „Kampagne gegen Rüstungsexport“. Seit 2011 plädiert die „Aktion Aufschrei“ für ein Verbot deutscher Rüstungsexporte und rückt damit gleichzeitig den Ausschluss der Öffentlichkeit in den Fokus und kritisiert diesen. Das Ziel ist klar: Mehr Transparenz, mehr demokratische Kontrolle. Weitaus mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung haben in Umfragen deutlich gemacht, dass sie gegen die Auslieferung von Waffen und anderen Rüstungsgütern sind. Dank der Aktion „Legt den Leo an die Kette“ konnte verhindert werden, dass rund 270 Leopard-2-Kampfpanzern nach Saudi-Arabien exportiert werden sollten.

Mit den Journalismusstudierenden aus dem Jahrgang 2015 war Prof. Dr. Annett Schulze im Rahmen der Lehrveranstaltung Kommunikationspolitik u.a. auf einer Pressekonferenz der Aktion Aufschrei gegen Waffenhandel. Der Titel "Die sieben goldenen Nasen des deutschen Rüstungsexports", die Reden und das Public Relations-Material wurden von unseren Studierenden im Kontext aktueller PR-Theorien kritisch analysiert.

Mit den Studierenden des Folgejahrgangs, also mit den 2016ern, besuchte Prof. Dr. Annett Schulze im Rahmen des Moduls Recherche zunächst die Redaktion von netzpolitik.org. Hier lernten die Studierenden in einer Vorabrecherche Fragen zu formulieren und diese dann dem Redakteur zu stellen und Standpunkte zu diskutieren.

Um die Rolle von Sprache im Journalismus und vor allem im journalistischen Texten zu beleuchten, hatten die Studierenden Gelegenheit, an einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) teilzunehmen. Betitelt mit "Volkes Stimmen" setzten sich die Praktiker_innen aus diversen Bürgermedien wie Anka Suckow von Radio Lotte (Thüringen) oder Sofie Czilwik vom köln campus damit auseinander, inwiefern Offene Kanäle, Bürgerradios oder Internetplattformen durchaus von Rechtspopulist_innen vereinnahmt werden könnten. Am Nachmittag konnten die Studierenden einen von vier Workshops wählen, in denen u.a. Journalist_innen thematisierten, welche Alltagsworte problematisiert gehörten. Sebastian Pertsch und Udo Stiehl von der Floskelwolke zeigten das anhand von Begriffen wie 'Überfremdung', 'illegale Flüchtlinge' oder auch 'raumfremd'. Sprachgenauigkeit, so die beiden sehr erfahrenen Journalisten, beginne jedoch bereits bei Ausdrücken wie 'mehrköpfige Familien', 'Multijobber', 'positiver Erfolg' oder Fehlübersetzungen aus dem Englischen wie der 'Flüchtlingssaison'. Dieser Workshop, das kann ich so festhalten, beeindruckte die Studierenden nachhaltig.
Vielen Dank an das Engagement von Herrn Pertsch und Herrn Stiehl sowie die grundlegende Organisationsarbeit in Verantwortung von Dr. Johanna Niesyto, Leiterin der FES-Abteilung Medienpolitik.

Die Exkursionen in Bildern


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