Ragnar Sieradzinski

Ragnar Sieradzinski studierte Journalismus und PR | B.A. mit der Spezialisierung Video- bzw. TV-Journalismus. Heute ist er für Axel Springer tätig und hat für uns über seinen Beruf und die Zeit an der Hochschule gesprochen. Ragnar Sieradzinski hatte im Studium die Spezialisierung Video-Journalismus und ist zurzeit bei Axel Springer tätig. Sein Weg zieht sich durch mehrere Städte und eine Menge praktische Erfahrungen in den Medien.

 Interview von Jan Lattermann

Wie bist du zu deinem jetzigen Job bei Axel Springer gelangt bist und was genau machst du dort? 

Ich habe zeitgleich mit dem Beginn des Studiums in einer studentischen Agentur angefangen zu arbeiten, die verschiedene Jobs im Medienbereich vermittelt. Diese Agentur hatte damals auch im Axel Springer Haus Räume und arbeitete unter anderem mit der BILD zusammen. Dort habe ich dann einige Sachen gemacht und im Laufe der Zeit habe ich dann eher durch Zufall einen Kontakt mit der Video-Abteilung von Axel Springer gemacht. Irgendwie hat es sich dann ergeben, dass ich in die Video-Abteilung gekommen bin und von BILD übernommen wurde. Das hat mir ganz gut gepasst, weil ich mich schon immer für den Videobereich interessiert habe und das der Bereich war, in den ich wollte. Ich arbeite hier im tagesaktuellen Bereich, es geht um kurze aber aktuelle Videos, die aus unterschiedlichstem Material bestehen können. Hier finde ich diese Themen und bereite diese auf. Ich texte und schneide und baue sie dann auf der Internetseite ein.  

Hattest du vor deiner Zeit hier bei Axel Springer schon andere Erfahrung gesammelt in Bezug auf Video-Journalismus? 

Mit 15 hatte ich ein Praktikum bei einer Produktionsfirma angefangen die Beiträge für RTL Punkt 12 produziert hat. Das war in Köln und das Praktikum dauerte vier Wochen. Dort habe ich dann gemerkt, dass das Fernsehen sehr interessant sein kann, beziehungsweise das Erstellen von Videos. Während des Pflicht-Praktikums war ich bei RTL Nord.

 Axel Springer ist einer der größten Medien-Verlage Deutschlands. Wie waren deine Erwartungen diesbezüglich und haben sich diese erfüllt?

Tatsächlich hatte ich vorher kaum richtige Erwartungen. Bevor ich überhaupt nach Berlin gezogen bin, hatte ich mich schon einmal bei der BILD beworben aber auf eine völlig andere Stelle, aber das klappte leider nicht. Das ich trotzdem so schnell hier landen konnte, darüber war ich eher überrascht und habe es einfach auf mich zukommen lassen.  

Wie sieht denn ein normaler Tag hier bei dir in der Video-Abteilung aus?

Ganz unterschiedlich, um ehrlich zu sein. Zwar ist der Grundaufbau der gleiche, aber es macht einen Unterschied, ob man morgens, mittags oder abends hier ist. Und täglich passiert etwas Neues, auf das man dann reagieren muss. Vom Prinzip her reagiert man oft auf das, was auf einen zukommt. Zuerst recherchieren und suchen wir Themen und sortieren diese dann der Relevanz nach. Danach werden die Themen dann bearbeitet. Selten sitzt man hier tagelang an ein und demselben Projekt. Es wird einem selten langweilig.  

Kannst du Beruf und Alltag trennen? 

Ich denke ziemlich oft über aktuelle Themen nach. Ich glaube, dass Journalismus etwas ist, dass man nicht so leicht bei der Arbeit lassen kann. Schließlich interessiert man sich ja dafür, was in der Welt passiert. Aber ich denke nicht zwangsläufig darüber nach, was auf der Arbeit noch so alles gemacht werden muss oder was man bereits gemacht hat. Ich beschäftige mich aber generell privat mit den Nachrichten.  

Was sollten Video-Journalisten heutzutage mitbringen? 

Man sollte auf jeden Fall vielfältig sein und am besten ein breites Repertoire an Fähigkeiten mitbringen. Man sollte generell in der Lage sein sich neue Dinge schnell anzueignen. Bei mir war es so, dass ich zwar Videos schneiden konnte, aber noch keinerlei Erfahrung mit dem Programm hatte. Zum Glück konnte ich mich relativ schnell einarbeiten. Das ist aber bei der Produktion von Videos generell so, man muss in der Lage sein, selbst zu schneiden, Texte zu schreiben, die Filme zu drehen, selbst raus gehen und in Aktion treten. Natürlich sollte man auch ein gewisses Grundverständnis in Sachen journalistischer Arbeit mitbringen, also über Urheberrecht, Ethik und verschiedene Recherchemethoden.  

Du bist ja auch der Gründer des Online-Magazin BEnow. Woher kam die Inspiration und die Initiative?

Das war relativ zu Anfang der Studienzeit. Ganz am Anfang wollte unser ganzer Kurs so eine Art Fernsehsendung aufziehen, was dann leider nicht funktioniert hat. Aus der Not heraus haben wir gesagt, wir wollen eine Plattform haben, auf der wir die Sachen, die in der Hochschule entstehen, publizieren können. Das bezog sich am Anfang auf Videos, weil wir von dieser Fernsehidee inspiriert waren. Das hat sich aber ausgeweitet, weil wir relativ schnell gemerkt haben, dass wir auch viele Artikel und Texte während der Studienzeit produzierten. Irgendwann haben sich Jacky und ich hingesetzt und gesagt, dass wir jetzt einfach die Internetseite machen und die im Laufe der Zeit weiter ausbauen. Kurze Zeit später folgten dann auch schon die ersten Artikel.  

Wenn du deinen Arbeitsalltag von BEnow und Axel Springer vergleichen würdest, würdest du sagen, du hast schon viel mitgenommen von BEnow beziehungsweise von den Hochschulprojekten? 

Das baut beides aufeinander auf. In der Hochschule nimmt man viel mit, gerade was die theoretischen Dinge betrifft. Aber auch praktische Dinge, wie Kamera- oder Sprechtraining. Bei BEnow eignet man sich hauptsächlich Fähigkeiten selbst an. Andererseits hat man auch auf der Arbeit Dinge gelernt oder noch vertieft, die mir dann umgekehrt in der Hochschule oder auch bei BEnow im weitesten Sinne geholfen haben.  

Wie soll denn deine Zukunft aussehen?

Ich will auf jeden Fall im Video-Bereich bleiben. Von daher wird das Volontariat auch den Schwerpunkt Video haben. Dann kann ich mir auch gut vorstellen hier weiter zu arbeiten. Das ist auf jeden Fall das Ziel.  

Wie sieht es mit Aufstiegschancen aus und wie ist das Arbeitsklima bei Axel Springer

Zu den Aufstiegschancen kann ich dir leider nichts Konkretes sagen. Das Arbeitsklima ist sehr gut. Grundsätzlich kann man sagen, dass das Arbeitsklima entspannt ist, selbst wenn eine stressige Situation anfällt. Dann ist natürlich ein gewisser Druck da, aber das ist kein unangenehmer Druck. Man muss aber damit klarkommen.  

Hast du noch Kontakt zu deinen Kommilitonen? 

Zu denen aus meinem Kurs habe ich zu allen Kontakt, mal mehr mal weniger. Diese werden auch noch eine Weile bestehen und auch teilweise zu Leuten aus anderen Kursen. Ich bin der Meinung, dass man sich diese Kontakte auch behalten sollte, weil sie in gewissen Fällen auch immer wieder helfen können. Und es ist natürlich auch interessant zu wissen, was die anderen Leute so machen.  

Hilft dir der Kontakt zu den Dozenten auch noch?

Ja, die Dozenten sind auch noch für einen da, wenn man mit dem Studium fertig ist. Es kommt durchaus mal vor, dass die Alumni die Dozenten noch anschreiben und kontaktieren und Fragen stellen, wenn sie zum Beispiel Kontakte brauchen. Ja, das ist einer der Vorteile, wenn man an der DEKRA | Hochschule für Medien studiert, dass man eine enge Beziehung zu den Dozenten aufbaut und im Nachhinein auch auf diese Kontakte zurückgreifen kann. Die Dozenten können auch umgekehrt davon profitieren.  

Ich bedanke mich recht herzlich für dieses Interview.