Hinter den Kulissen des ZDF Morgenmagazins

„Wir haben noch 10 Sekunden, bitte geht in Position!“ - Journalismus-Studierende der DEKRA | Hochschule für Medien waren zu Besuch im Studio des ZDF Morgenmagazin und hatten die Gelegenheit zu einem intensiven Gespräch mit Sendungsverantwortlichen.

Studierende des Studiengangs Journalismus und PR an der DEKRA | Hochschule für Medien sind regelmäßig zu Besuch in Redaktionen und Agenturen. Hier zu Besuch im Studio des ZDF Morgenmagazin im intensiven Gespräch mit Sendungsverantwortlichen. (Bilderserie)

Kultur, Sport, die neuesten Nachrichten und Unterhaltung am Morgen – das ZDF Morgenmagazin hat von allem etwas zu bieten und wird dabei unter den morgendlichen Fernsehzuschauern am häufigsten eingeschaltet. Doch wie die Sendung zustande kommt, was in Redaktion und Regie so vonstatten geht, das wissen die wenigsten. Journalismus-Studierende der DEKRA | Hochschule für Medien waren zu Besuch im Studio und hatten die Gelegenheit zu einem intensiven Gespräch mit Sendungsverantwortlichen.

Um  eine detailliertere Vorstellung von all den technischen Vorgängen und der Vorbereitung der Sendung in einem Redaktionsteam zu bekommen, ist ein Blick hinter die Kulissen nötig. Dieser Einblick beginnt für die Studierenden der DEKRA | Hochschule für Medien im Zentrum des Produktionsgeschehens, der Regie. Dort wird in perfekt koordinierter Teamarbeit jedes einzelne Bild, jede Bewegung und jeder Ton der Sendung überwacht und angeleitet.

Mittels Kamera- und Lichtregie achtet man bei einem Wechsel zwischen verschiedenen Kameras auf eine Lichtanpassung und richtet die Scheinwerfer vor der Sendung in die gewünschten Positionen ein. Weiterhin werden in der Tonregie ein möglichst kristallklarer Klang erzeugt und störende Nebengeräusche herausgemischt. In der Bildregie arbeiten Mitarbeiter in verschiedenen Positionen zusammen. Zum einen gibt es den Schlussredakteur, der eine eher passive Rolle während der Produktion einnimmt. Er trägt aber die Verantwortung für das Geschehen und spricht nach der Sendung Lob und Kritik an das Team aus. Neben ihm sitzt der Regisseur, der auf den einzelnen Bildschirmen alle Vorgänge wachsam verfolgt und über Mikrofone Anweisungen an alle Mitwirkenden im Studio gibt.

Sehr eng mit ihm zusammen arbeitet der Bildmischer, der eine Vielzahl von Schaltern und Tasten bedient, mit denen er ausgewählte Bilder der verschiedenen Kameras zusammenfügt und dem Publikum präsentiert. Ihre Regiearbeit für das Morgenmagazin, in dem vier  Kameras im Studio platziert sind, hat dabei im Vergleich zu größeren Produktionen noch einen geringen Arbeitsaufwand. Bei größeren Events, wie etwa einer FiFa-Veranstaltung, sind bis zu 120 Kameras im Einsatz.

Im Anschluss geht es für die angehenden Journalistinnen und Journalisten ins andere Herzstück, dem großen Studio 1, in dem ein Großteil des Morgenmagazins live, aber ohne Publikum produziert wird. Hier werden unter anderem auch die Sendungen  Frontal 21 sowie die Polittalkshow Maybrit Illner produziert. Jede Sendung erfordert einen komplett neuen Aufbau des Studios und dementsprechend neue computergestützte Einstellungen für die insgesamt 110 verschiedenen Scheinwerfer.

Die im ganzen Studio verbreitete „Opera-Folie“ kann dabei als Green- oder Bluebox für hintergründige Bild- und Videoeinspielungen verwendet werden. Während der verschiedenen Sendungen kommen zum einen sehr große Pumpstativ-Kameras auf Rollen zum Einsatz, zum anderen gibt es die Steadycam, die mittels Gewichten in einer mobilen Konstruktion um den Kameramann herum geschnallt wird und für dynamischere Aufnahmen sorgen soll. Um ein kontrolliertes Zeitmanagement während einer Livesendung zu gewährleisten, wird an alle MitarbeiterInnen ein Ablaufplan übergeben, der konsequent eingehalten werden muss, damit das folgende Programm nicht in Zeitverzug gerät. Den Moderator/-innen wird dabei an verschiedenen Bildschirmen außerhalb des Studios der jeweilige Countdown ihrer Redezeit angegeben.

Zwei der Personen, mit denen die gesamte Produktion des ZDF Morgenmagazins steht und fällt, sind Andrea Halte, stellvertretende Redaktionsleiterin, und  Thomas Gill,  Supervisor und Chef vom Dienst (CvD). Sie sind besonders bestrebt, das moma kontinuierlich zu verbessern und der Öffentlichkeit den Content vor allem auch online zugänglich zu machen. Ein Teil der insgesamt dreieinhalb Stunden dauernden Livesendung ist im Anschluss zwar bereits in der „ZDFMediathek“ abrufbar, aber die Online-Optionen für Feedback sollen zusätzlich genutzt werden. Um der Aktualität des Morgenmagazins in Politik, Sport sowie Kultur bei  einem Sendevolumen von 220 Minuten von Montag bis Freitag alle zwei Wochen gerecht zu werden, arbeiten bis zu 90 Leute für das moma, darunter festangestellte und freie MitarbeiterInnen. „Wir arbeiten 24 Stunden am Tag in der Sendewoche in einem rotierenden System“, so Andrea Halte.

Trotz enormer Anstrengungen und aller Stressbelastung herrsche zwischen allen Kollegen und Kolleginnen eine freundschaftlich-professionelle Atmosphäre, in der sich stets jeder aufeinander verlassen könne, so CvD Thomas Gill. Ein hohes Ziel des Morgenmagazins sei es, vor allem die  jüngeren Zuschauer/-innen für die Sendung zu begeistern. Aus diesem Grund waren beide für ein konstruktiv-kritisches Feedback junger Nachwuchsjournalist/-innen sehr dankbar. Im weiteren Verlauf des fast zweistündigen Gespräches wurden u. a.  Fragen nach dem Einfluss des zunehmenden Echtzeitjournalismus, den voreiligen Vermutungen in aktueller Berichterstattung etc. diskutiert.

An dieser Stelle nochmals ein herzlicher Dank an Andrea Halte und Thomas Gill, sowie an Dr. Tong-Jin Smith, Prof. Dr. Beuthner und Prof. Thomas Thiele, die den Besuch ermöglicht und begleitet haben.

von Linda Gleß


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