Holsten auf Berlinerisch

Workshop Kreatives Texten bei Holsten und dessen Agentur Philipp und Keuntje

Hamburg Reise als Anerkennung für kreative Ideen

Die TeilnehmerInnen des Workshops „Kreatives Texten“ wurden für ihre innovative und freche Umdeutung der aktuellen Holsten-Werbekampagne mit einer besonderen Einladung belohnt. Die Ideen der sechs Medienmanagement-Studierenden kamen so gut an, dass Holsten und dessen Werbeagentur Philipp und Keuntje die Studierenden am 14. Januar 2014  zu sich nach Hamburg einluden. Diese Reise stellen unsere Studenten hier vor.

Welcome to Hamburg! Am 16. Januar 2014 gab es gleich zu Jahresbeginn für sechs Medienmanagement-Studierende des Jahrgangs 2012 einen außergewöhnlichen Ausflug. Sophie Großmann, Alexandru Codila, Arnd Kisho Langenberg, Yasin Pehlivan, Alexander Reich, Linda Thiel und die ehemalige Medienmanagement-Studentin Anke Nellen haben dort zusammen mit Prof. Dr. Michael Beuthner zunächst die HOLSTEN Brauerei besichtigt und anschließend die Werbeagentur „Philipp und Keuntje“ (PuK) in der berühmten Hamburger Speicherstatt besucht, um dort mit namhaften Werbeprofis zu diskutieren. Wie das kam? Durch ein gewagtes Projekt.


Zu Gast bei HOLSTEN und der Agentur Philipp und Keuntje in Hamburg

In einem Workshop zum Thema „kreatives Texten“ hat sich die Arbeitsgruppe die Posterkampagne von „Holsten“ vorgenommen, da uns das Zusammenspiel von Text und Foto außerordentlich positiv, kreativ und innovativ aufgefallen war. Darauf sind markige, nordische Dreitagebart-Kerle zu sehen, die sympathisch aber kantig wirken. Dazu wird ihnen eine ebenso markanter Satz wie „ Ich red nicht so gerne. Ich sag lieber was“, oder „Ich erzähl keine Geschichten. Ich hab eine“ in den Mund gelegt. Das wollten wir in drei Schritten erweitern bzw. weitertreiben.

Zuerst texteten wir neue kantige Kerle-Sprüche wie „Macht ihr ruhig euer Bauchmuskeltrainig. Ich hole mir ein Sixpack“, oder „Wenn man an dem Wort Mama nur vier Buchstaben verändert, kommt Bier dabei raus“ für die vorhandenen Postermotive. Danach ging es aber ans Eingemachte, nämlich um einen Tabubruch in zwei Richtungen: Wir haben zunächst den kantigen Kerl durch eine nicht minder interessante Frau ersetzt und sie Sätze wie „Wie ich mit Warmduschern umgehe? Eiskalt“ sagen lassen. Dann haben wir uns zusätzlich getraut, das in Hamburg verwurzelte Bier nach Berlin zu verlegen und unserer kantigen Lady Sätze wie „Was unterscheidet Hamburger und Berliner? Der eine ist gebraten, der andere gezuckert!“ auf die Lippen gedichtet. Die Ergebnisse seht ihr demnächst auch in den Fluren der DEKRA Hochschule für Medien.

Das Ganze haben wir dann an Frau Dr. Linda Boos, Director Corporate Communications & CSR der Carlsberg Deutschland GmbH geschickt, die auch Holsten produzieren. Die war ganz offensichtlich begeistert von unseren Ideen, denn kurz darauf kam die Einladung nach Hamburg. Außerdem wollten die für die Holsten-Kampagne verantwortlichen Kreativen von PuK uns ebenfalls persönlich kennenlernen. Frau Dr. Boos hat das alles in die Wege geleitet, wofür wir an dieser Stelle nochmals herzlich danken. Ein ebenso großer Dank geht an die Hochschulleitung, die uns die Reise finanziell ermöglicht hat.


Besuch in der Holsten Brauerei

Bei der Holsten Brauerei hat uns zunächst Herr Breyer durch die Produktionshallen geführt und uns eine Menge zum Bierbrauen beigebracht. Erstaunlich 1: Nichts geht beim Brauprozess verloren, alle Rohstoffe werden verwertet oder zur Weiternutzung verkauft. Selbst gebrauchte PET-Flaschen werden zu Polyesterfasern verarbeitet. ... und aus denen  werden dann recycelte Fleece-Jacken hergestellt. Wer hätte das gedacht? Zwischendurch gab es eine gemütliche „Verkostung“ frisch gezapfter Biere zu deftigem Schinkenbrot.

Danach hatten wir die Ehre, Braumeister Rüdiger Weck zu treffen, der uns sehr informativ und höchst unterhaltsam noch viel mehr zum Bierbrauen erzählt und uns gleich als Versuchskaninchen benutzte. Wir durften nämlich Aromen von speziell gebrauten Bieren testen, also das neuhochdeutsche „Flavour“ erraten. Erstaunlich 2: Beim Biertrinken sind nicht nur die Geschmacksinne der Zunge, sondern vor allem die Geruchsinne wichtig. Das Flavour „Rose“ haben wir noch erraten, aber das Flavour „nasse Pappe“ (sic!) hatte uns überfordert.

Fazit 1: Der Trinkgenuss ist noch besser mit der Gewissheit, dass Bier nicht nur ein Schwindel erzeugendes, sondern ein nahrungstechnisch wertvolles Gebräu mit einer ungeheuer interessanten Kulturgeschichte ist. Es kommt natürlich auf das Maßhalten an.

Fazit 2: Bierbrauer ehren ihre Arbeit, ihr Können ist viel größer und umfangreicher als man vermeintlich denkt und am Ende ist das Brauen tatsächlich eine Art Kunst.


Besuch bei der Agentur Philipp und Keuntje

Beim anschließenden Besuch der Agentur PuK hatten wir Gelegenheit, unsere Ideen und Poster noch einmal persönlich vorzustellen. Niemand Geringeres als Claudius Kohrt, strategischer Markenberater und die Personalmanagerin Heidi Kallio erläuterten uns zuvor die Philosophie und die Arbeitsweise der Agentur. Ein weiterer Höhepunkt war der einstündige Besuch des verantwortlichen PuK Creative Directors Diether Kerner himself.

Fazit 3: Super nette und geerdete Kreativköpfe, die was bewegen, sich unterscheiden und die trotz schwergewichtiger Kunden wie Audi, Telekom, Gema oder Lamborghini noch echtes Interesse an studentischen Nachwuchsideen haben. Fazit 4: Die Arbeitsgruppe nimmt viele Eindrücke und Tipps mit und weiß, wo man sich zukünftig gezielt für ein 1A-Praktikum bewerben kann.

Fazit aus allen Fazits: Was für ein Tag!