Sportjournalist/-in: Mittendrin statt nur dabei

Immer live am Ball berichten, die spannendsten Begegnungen sehen, aktuelle Top-Sportler exklusiv interviewen und bei jedem großen Sportevent vor Ort sein. Das klingt für viele Sportfans nach dem absoluten Traumberuf. Immer mehr junge Menschen sehen sich und ihre spätere berufliche Tätigkeit im sportlichen Bereich, beispielsweise als Sportjournalistin oder Sportjournalist. Denn egal, ob bei Ballsportarten, in der Leichtathletik oder sogar beim Darts, die Sportjournalisten sind immer hautnah dabei und versorgen das Publikum mit den wichtigsten Informationen rund um ein Sportereignis. Das Berufsbild des Sportjournalisten hat viel zu bieten, aber verlangt dafür aber auch einiges ab. Felix Hülskemper ist Sportjournalist und derzeit als Online- und Social-Media-Redakteur in der Medienabteilung des FC Bayern München tätig.

von Anika Piesche

Wollten Sie schon immer Sportjournalist werden oder hat sich das mit der Zeit ergeben? 

Schon immer. Ich sage mal so: Seitdem der große Traum irgendwie selbst Fußballspieler zu werden ad acta gelegt war, ging es relativ schnell in die Richtung, dass ich mich für den Journalismus interessiert habe und dann auch relativ früh damit begonnen habe, in der Schule nebenher für Zeitungen zu schreiben. 

Hatten Sie beim Berufseinstieg Ängste oder Sorgen in Bezug auf die Auftragslage?

Ja absolut! Deshalb habe ich auch Sport und Germanistik als Kombination studiert. Ich hätte quasi noch den Lehramts-Master absolvieren können, habe mir das auch während des Studiums immer offengehalten. Dazu musste ich verschiedene Kurse belegen, dass ich im Anschluss noch diesen Weg hätte gehen können. Aber es war immer eher die zweite Wahl, die Hintertür, falls es mit dem Journalismus doch nicht klappt. 

Wie sehen Sie persönlich die Rolle des Sportjournalismus, auch in Bezug auf Objektivität?

Gerade bei uns ist das natürlich ein sehr großes Thema. Ich bin dem Sportjournalismus gegenüber sehr positiv gestimmt, weil es schon immer meine Leidenschaft war, über Sportgeschehen zu berichten. Dabei besteht natürlich eine gewisse Gefahr der Subjektivität, weil mit dem Sport auch immer Emotionen verbunden sind. Natürlich ist es gerade auch Sinn und Zweck der Öffentlichkeitsarbeit, die wir hier machen, den Verein in einem möglichst positiven Licht darzustellen. Beim „externen“ Sportjournalismus ist es natürlich zwingend notwendig, auch kritisch zu hinterfragen. Das ist meiner Meinung nach deshalb so wichtig, weil gerade der Fußball, aber auch der Sport generell, eine sehr große Bedeutung in der Gesellschaft hat. (...)

Haben Sie bestimmte Aufgabenbereiche? 

Wir sind zu zweit in der Medienabteilung am Campus. Ich kümmere mich um die Dinge, die vom Verein aus an Berichterstattung über den Nachwuchs veröffentlicht werden, sprich die Homepage-Texte, Fotos und die Social-Media-Auftritte. Mein Kollege Dirk ist zuständig für die andere Seite, sprich für externe Anfragen, wenn Interviewanfragen für Spieler, Trainer oder Verantwortliche kommen. Diese zu koordinieren, die Interviews zu autorisieren und darüber hinaus auch noch weitere Dinge zu organisieren. Ein Beispiel ist die Neueröffnung des FC Bayern Campus. Wir sind knapp eineinhalb Jahre hier. Es gibt zahlreiche Anfragen von Besuchern, Journalisten und Kamerateams, die über den Campus berichten wollen. Das zu koordinieren und da dabei zu sein, ist ein weiterer Teil von Dirks Aufgaben. 

Und sind die Arbeitszeiten dann auch geregelt?

Wir haben schon vertraglich geregelte Arbeitszeiten. Dadurch, dass ich aber häufig die Spiele begleite, die überwiegend am Wochenende stattfinden, kann ich mir Ausgleichszeiten dafür nehmen. Dabei ist es natürlich sehr „eventabhängig“, sprich rund um die Spiele.

Gibt es bestimmte charakterliche Stärken, die man mitbringen sollte?

Für diesen Job ist natürlich eine Fußballaffinität von Nöten, sicherlich auch eine gewisse Bayernaffinität, man sollte sich für den Verein, in dem man arbeitet, begeistern können. Im Sportjournalismus generell braucht es immer eine gewisse Sportaffinität und vor allem Neugier. Das gilt natürlich für den gesamten Bereich des Journalismus, einfach Freude an Recherche und Schreiben zu haben.

Man könnte ja sagen „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel – es gibt immer etwas zu tun“, inwiefern sehen Sie ihren Job auch täglich als Herausforderung? 

Ja, es ist eine Herausforderung, aber eine, die mir sehr viel Freude bereitet. Unser Hauptbereich sind die drei ältesten Mannschaften, also Amateure, U 19 und U 17, über die wir bei den Spielen Vorberichte, Spielberichte und nebenbei immer auch weitere aktuelle Geschichten liefern. Da gibt es natürlich teilweise auch mal schwierigere Dinge. So kommt es beispielsweise auch mal vor, dass die drei Mannschaften an ein und demselben Tag spielen. Da über alle drei Spiele zeitnah zu berichten, ist schon eine Herausforderung, die aber wie gesagt auch viel Freude bringt. 

Hat sich der Sportjournalismus durch die Einflüsse von Social Media verändert?  

Ich glaube, dass in den letzten Jahren gerade die Schnelligkeit der Verbreitung von Information durch die Sozialen Netzwerke enorm zugenommen hat. Früher gab es die Tageszeitung, die am nächsten Tag über beispielsweise ein Fußballspiel informiert hat. Über die gelesenen Informationen hat man sich mit einem sehr engen Personenkreis ausgetauscht. Heutzutage ist es so, dass man unmittelbar nach bzw. während eines Spiels Informationen online abrufen und diese auch schneller und weitreichender verbreiten kann. Hinzu kommen Online-Kommentar-Funktionen, die es jedem möglich machen, seine persönliche Meinung einem mehr oder weniger großen Kreis mitzuteilen.

Sie haben ja auch fast 1,5 Jahre als freier Mitarbeiter bei der WAZ gearbeitet. Jetzt sind Sie fest angestellt. Was ist Ihrer Meinung nach vorteilhafter?

Man muss dazu sagen, dass die freie Mitarbeit während des Studiums war. Deswegen kann ich das nicht ganz so gut beurteilen, weil ich die Situation nicht wirklich kenne, wie es ist, abhängig davon zu sein, als freier Journalist Aufträge zu bekommen. Ich persönlich bin jemand, der sehr auf Sicherheit bedacht ist. Deswegen bin ich gern in diesem Job und dieser Festanstellung. Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es enorm interessant und auch eine große und schöne Herausforderung ist, frei zu arbeiten.
 

 

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