Regisseur/-in: Sei der kreative Pol der Filmproduktion

Essentiell für die Produktion eines Filmes ist die Regisseurin beziehungsweise der Regisseur. Diese sind von Anfang bis Ende für die künstlerischen Aspekte zuständig. Konkrete Vorstellungen des Werkes werden durch ihre Kräfte verwirklicht. Hierbei ist die Filmlänge oder Gattung relativ egal, denn die Aufgaben des Regisseurs sind stets dieselben. Doch wie sind überhaupt die Einstiegschancen in den Beruf? Wird dafür eine spezielle Ausbildung benötigt oder kann man auch als Quereinsteiger erfolgreich werden? Diese Fragen rund um den Beruf werden im folgenden Interview von Samira Radsi beantwortet. Sie ist eine deutsche Filmregisseurin, die unter anderem an der 2016 mit dem Grimme Preis prämierten Serie ‚Deutschland 83‘ mitgewirkt und bei einigen Folgen vom Tatort mit Jan Josef Liefers und Axel Prahl Regie geführt hat.

von Anika Piesche

Wollten Sie immer schon Regisseurin werden?

Nein, ich habe ursprünglich Politik und Kunstgeschichte mit der wagen Idee studiert, vielleicht einmal Journalistin zu werden. Ich habe dann ein Urlaubssemester genommen, und weil ich keine Lust auf Winter hatte, bin ich mit 5000,- DM nach LA gefahren. Dort habe ich einige Praktika gemacht und wollte dann auf jeden Fall Film machen. Ich war jung, naiv und fand es cool. Erst wollte ich Produzentin werden, dann Regisseurin. Um ehrlich zu sein: ich wusste weder genau, was das Eine noch das Andere war.

Für eventuelle Filmstudierende, die später erwägen als Regisseur Fuß zu fassen: Was sehen Sie für Chancen in Bezug auf Einstiegsoptionen und Aufstiegsoptionen? Mit welchen Risiken muss man rechnen?

Der Beruf ist natürlich sehr begehrt und es gibt viele Wege hinein und auch hinaus - entweder über eine Filmschule oder sich hochzuarbeiten, z. B. von der Regieassistenz. Man kann sich nicht absichern. Ich lebe seit 25 Jahren vom Film, habe nie was anderes gemacht, weiß aber, dass es schlagartig aufhören kann … von einem Tag auf den anderen. Ich habe es bei Kollegen gesehen. Man hängt sehr von seinen Kontakten ab. Die Leute fliegen raus oder werden pensioniert und schon war es das mit den Kontakten. Aber Sicherheiten gibt es inzwischen in immer weniger Berufen. Die Welt verändert sich so rasend schnell, vielleicht macht ein Computer meinen Job in ein paar Jahren. So unvorstellbar ist das gar nicht.

Gibt es bestimmte Bildungswege und kann man auch als Quereinsteiger diesen Beruf ausüben?

Wie gesagt gibt es sehr, sehr viele Wege in diesen Beruf. Die meisten sind Quereinsteiger, kommen vom Schauspiel, Drehbuch, Schnitt oder vom Set. Von all denen, die eine Filmschule besuchen, sind lange noch nicht alle in Lohn und Brot. Man braucht schon einen Eigenantrieb, starken Willen und Durchhaltevermögen.

Welche anderen charakterlichen Stärken sollte man mitbringen?

Man muss gut mit Leuten können, selbstsicher sein und sich durchsetzen können. Bei Film und TV geht es auch immer um Budgets und Zeitdruck. Bei einer Produktion gibt es viele Interessen und der Regisseur steht in der Mitte. Der Produktionsleiter will auch gut da stehen und das tut er, wenn er Geld spart. Der Schauspieler will das Kostüm anziehen, in dem er gut aussieht und nicht das, was am besten zu seiner Figur passt. Der Kameramann will länger beleuchten, als Zeit ist, usw. Da braucht man auch ein diplomatisches Geschick.

Gibt es tägliche Routinen/Abläufe in Ihrem Job?

Es gibt die Vorbereitung, den Dreh und die Postproduktion. In der Vorbereitung sieht jeder Tag anders aus: Motive suchen, Schauspieler finden, Besprechungen und irgendwann dazwischen auch rausfinden, wie man den Film denn gestalten will. Während des Drehs plant die Produktion dein Leben und den Tagesablauf. Da wird man morgens oder beim Nachtdreh abends abgeholt und zum Set gebracht. Nach frühestens zwölf Stunden wird man dann wieder zuhause abgeliefert. (...)

Sie haben ja bereits bei einigen Folgen vom „Tatort“ Regie geführt, eine Sendung, die sehr vielen bekannt ist. War es dabei irgendwie anders Regie zu führen? 

Nein, es war nicht anders. Die besten Ermittler wie Jan Josef Liefers und Axel Prahl machen das schon seit 16 Jahren. Wenn man mit denen klar kommt, hat man eigentlich weniger Arbeit, weil die ihre Figuren sehr gut kennen und wissen, was funktioniert und was nicht. Die finden auch schnell Lösungen, wenn das Drehbuch mal Szenen vorlegt, die nicht so rund sind.

Hat sich der Beruf über die Jahre verändert und wie sehen die Zukunftsperspektiven für diesen Beruf aus? 

Der Beruf hat sich enorm verändert. Als ich anfing, haben wir alle noch auf Film gedreht. Das waren ganz andere Arbeitsabläufe. Noch vor meiner Zeit hatte ein 90-Minuten-Krimi 32 Drehtage und vielleicht 250 – 300 Schnitte. Heute habe ich für eine Tatort 22 Drehtage und der hat dann ca. 700 Schnitte. Durch die Digitalisierung veralten die öffentlich-rechtlichen Sender auch. Inzwischen produzieren nicht nur Plattformen wie Netflix, Amazon oder Hulu, sondern auch die Telekom, YouTube und Apple produzieren Film und TV und treten in Konkurrenz. Die Fernseh- und Filmlandschaft, wie wir sie kennen, ist in einem totalen Umbruch.

Gibt es ein persönliches Highlight, das Sie in Ihrem Beruf erlebt haben? 

Es gibt nicht ein spezifisches Highlight. Durch meinen Job habe ich generell sehr viel erlebt und gelernt, was im Ganzen genommen für mich ein Highlight ist. 

 

Das vollständige Interview und die Vorstellung weiterer Medienberufe sind nachzulesen in unserem Magazin MEdial. Du kannst es kostenlos bestellen. Melde dich dazu bei uns: studienberatung@dekrahochschule.de; Telefon: +49 30 29 00 80 -233 / -240 oder lass dich über das Rückrufformular kostenlos zurückrufen.

Diese Medien-Studiengänge bereiten auf eine Karriere als Regisseur/-in oder Produzent/-in vor

Du hast Fragen zu unseren Studiengängen oder möchtest bei uns vorbeikommen?

Dann trage jetzt deinen Namen und deine Telefonnummer ein und wir rufen dich kostenlos zurück, um alles Weitere zu besprechen.

Die DEKRA | Hochschule befindet sich im Herzen der Oberbaum-City, in Berlin.

Anschrift

DEKRA | Hochschule für Medien
Ehrenbergstr. 11-14 | 10245 Berlin
Tel.: +49 30 29 00 80 200
Fax.: +49 30 29 00 80 201 
info@dekrahochschule.de

Studienberatung

Marcus Seebann

Tel.: +49 30 29 00 80 233 / - 240
Fax: +49 30 29 00 80 201
studienberatung@dekrahochschule.de

Studierendensekretariat

Küran Hasselhuhn

Tel.: +49 30 29 00 80 200
Fax.: +49 30 29 00 80 201
sekretariat@dekrahochschule.de

Immatrikulationsamt

Anna Marta Potocka

Tel.: +49 30 29 00 80 220
Fax.: +49 30 29 00 80 201
immatrikulation@dekrahochschule.de