Research Manager/-in: Der Beruf, der keine Grenzen kennt

Welche Gebiete in der Recherchearbeit existieren und worauf es in diesem Beruf ankommt, erfahre ich von Dr. Manfred Redelfs. Er ist Leiter der Rechercheabteilung bei Greenpeace in Deutschland, vermittelt zudem als Recherchetrainer die nötigen Fachkompetenzen und ist ehrenamtliches Vorstandsmitglied bei der Journalistenorganisation „Netzwerk Recherche“. Als Chef der Greenpeace-Rechercheeinheit koordiniert er die Informationsbeschaffung und -überprüfung bei der Umweltorganisation. Für ihn war schnell klar: die vertiefte Recherchearbeit macht Spaß.

von Meri Väyrynen

Den klar umrissenen Beruf des Rechercheurs gibt es nicht. Somit ist das Berufsbild auch nicht geschützt. In den meisten Fällen gehe der Einstieg in die Recherchearbeit mit der klassisch etablierten Journalistenausbildung einher, so Redelfs. Die Arbeitszeiten können sehr schwanken und seien oft mit persönlichen Entscheidungen und eigenen Arbeitsweisen verbunden. Bei wichtigen Themen, die eine sofortige Recherche erfordern, könne es durchaus zu Überstunden kommen. Je dynamischer und inhaltsgetriebener ein Job ist, desto länger sei der Arbeitstag. Bei selbstständigen Menschen variieren die Arbeitszeiten, ansonsten ist dies unternehmensabhängig.

Die Recherche bietet viele Einstiege in die Medienwelt. Um sich potentielle Jobs zu sichern, solle man versuchen, Erfahrungen zu sammeln und sich, wenn möglich, einen Namen zu machen, meint Redelfs. Kontaktpflege und der Ausbau seines Netzwerkes seien enorm wichtig, da man als Rechercheur nicht nur eng mit Kollegen, sondern auch anderweitigen Fachleuten zusammenarbeitet. Auf dem Weg in die Recherche­arbeit könne jede Art von Studium oder Ausbildung helfen. Es bedarf in dem Sinne keiner vorausgesetzten Ausbildung, die nötiges Fachwissen eines speziellen Gebietes behandelt. (...) Es ist daher empfehlenswert, sich im Rahmen einer journalistischen Ausbildung oder eines Studiums die methodischen Fertigkeiten anzueignen.

Im Vorfeld können erste Erfahrungen auch in der Arbeit bei Schülerzeitungen oder ähnliches gesammelt werden. Quereinstiege können sich durch eine vorausgegangene Ausbildung oder Studium ermöglichen. Beispielsweise könne jemand der sich in Wissenschaften oder Forschungsbereichen auskennt, als Fachexperte bei Rechercheabteilungen in einer Organisation oder Institution tätig werden. (...) Außerdem findet Redelfs, dass solch ein Angebot zur Folge habe, dass im Allgemeinen bessere Ausbildungschancen bei angehenden Journalisten bestehen, die sich künftig auch auf die Recherchearbeit spezialisieren möchten.

(...) Es können persönliche Präferenzen zum Aufstieg in einem Unternehmen oder einer Organisation führen. Die Recherchearbeit ist sehr facettenreich, kann sich in jegliche Gebiete erstrecken und kann in der Themenfindung und im Ressourcenaufwand variieren. In jedem Fall vereine die Recherche nicht nur Offline- und Onlinerecherche, sondern auch Vor-Ort-Recherchen, die im engen Kontakt zu Behörden und Institutionen stünden. Datenbankrecherchen, Kampagnenrecherchen, sowie Auswertung und Bearbeitung von Publikationen, seien nur einige Beispiele, auf die man sich konzentrieren könne. (...) Recherchearbeiten verlangen grundsätzlich hohe Flexibilität.  Es können sich unterschiedliche Arbeitsanforderungen ergeben.  

Gerade bei NGOs, die sich mit spezifischen Themen wie der Umwelt, Wissenschaften, Forschung oder Rechten befassen, biete es sich an, ein Fachwissen in bestimmten Bereichen, wie  Wissenschaft oder Forschung, mitzubringen. Die Orientierung am öffentlichen Interesse, sowie die Orientierung an der politischen Agenda und der Tagesaktualität seien entscheidend für die Recherche. Dabei arbeitet man weltweit eng mit Experten, Institutionen und anderweitigen Behörden zusammen. Ein wesentlicher Unterschied zu einer Nachrichtenagentur ergäbe sich aus dem Zeitaufwand und den weiteren Ressourcen, die für spezifische Recherchen aufgewendet werden müssen, führt Redelfs an. Während sich eine NGO vor allem in die Tiefe mit den Sachverhalten oder Themen beschäftige, sei die Arbeit in einer Nachrichtenagentur auf Oberflächlichkeit und Schnelligkeit gepolt. (...)

Die Basis einer guten und effizienten Recherchearbeit seien sowohl die kritische Reflexion und Beurteilung von Quellen, als auch die Anwendung des methodischen Fachwissens. Standards, wie die gründliche Prüfung von erlangten Daten und Fakten, die objektive Behandlung der Ergebnisse und der Abgleich mit mehreren Quellen, sollen in jedem Fall beachtet werden. In Bezug auf investigative Recherche­arbeit sei es zentral, bei geheimen Unterlagen sauber zu arbeiten und maximalen Quellenschutz gegenüber den Informanten zu garantieren und sich selber zu schützen, so Redelfs.

Grundsätzlich ist es wichtig, sich auf die vielseitige Recherchearbeit einzulassen und sich als Vermittler der Wahrheit und sogar als Aufklärer zu sehen. Man solle nicht zu voreingenommen sein und sich stets um eine kritische Beobachtung bemühen, betont Redelfs. Dabei sei nicht nur wichtig, dass ein Rechercheur sich mit wesentlichen Aspekten der Rechtslage auskennen sollte, sondern auch über eine gewisse Ausdauer bei der Vor- und Aufbereitung von Themen verfügt. Seitdem das Informationsfreiheitsgesetz verabschiedet wurde, könne der Legitimationsdruck auf Behörden erhöht werden. Redelfs führt an, dass die Berufung auf das Auskunftsrechts dabei möglich sei und als Rechercheur in jedem Fall wahrgenommen werden sollte.(...)

In Zeiten, in denen Begriffe wie „Fake News“ und „Lügenpresse“ etabliert sind, ist es vermehrt von großer Bedeutung, auf die Richtigkeit seiner veröffentlichten Informationen zu achten, um keine weitere Unsicherheit in den Bevölkerungsgruppen zu schüren. Menschen in einer Rechercheabteilung übernehmen damit eine große Verantwortung. Ohnehin solle man sich an den qualitativen und wissenschaftlichen Ansprüchen orientieren und mittels selbstreflektierender Haltung auf sachlich objektiver Grundlage zu wahrheitsgemäßen Einschätzungen kommen - und nicht nur im Interesse einer bestimmten Agenda einer NGO handeln, betont Redelfs.(...)

 

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