Sprecher/-in für Funk und Fernsehen: Das Quäntchen Glück

„Geiz ist geil!“ Ein Spruch, der wohl den meisten Deutschen im Kopf geblieben ist. Viele Werbeslogans sind einprägsam, viele Stimmen genauso. Doch wer sind die Personen, die dahinter stecken? Eine von ihnen ist Anja Welzel, Sprecherin für Funk und Fernsehen und Mediencoach aus Bayern. Sie lebt aktuell mit ihrem Sohn in Berlin. Die 47-Jährige wurde mit dem Spruch „Geiz ist geil“ sowie „Wir hassen teuer“ der Marke Saturn berühmt. Ihre Stimme wurde mit der Zeit immer gefragter und sie hat sich in der Branche etablieren können. Eine Frau, die viele Erfahrungen gesammelt hat und einen beeindruckenden Lebenslauf vorweist. Die Werbung von Saturn ging durch die Decke und sie begann ihre Kariere als Sprecherin für Funk und Fernsehen. Mit ihr sprach ich über den herausfordernden Job.

von Sophia Papalamprou

Durch eine kleine Show im Radio, die Anja Welzel nach ihrem Studium moderierte, wird der Programmchef von Radio Fantasy aus Augsburg auf sie aufmerksam. Er lädt sie zu einem Praktikum ein, das sie für eine Woche dort absolviert, danach wird sie bereits mit der Moderation der Nachrichten betraut. Sie selbst sagt, sie habe Glück gehabt, entdeckt worden zu sein. Ihr Weg führt zunächst über einen der größten öffentlichen deutschen Fernsehsender. Von einem Headhunter sei sie engagiert worden, um auch dort die Nachrichten zu sprechen.

Doch sie merkt schnell, dass die TV Branche nicht in ihrem Interessenfeld liegt. So entscheidet sie sich gegen das Fernsehen und findet zurück zum Radio, landet bei Energy München. Im Laufe der Zeit werden Firmen auf ihre Stimme aufmerksam, sie bekommt Anfragen für Werbespots und Matzen, umgangssprachlich für Offtexte, die sie sprechen soll. Als sie nach Berlin kommt, werden auch das ARD und ZDF auf sie aufmerksam und sie beginnt Texte für Dokumentationen einzu­sprechen.

Die meisten Sprecher der Medien, bis auf einige Ausnahmen, seien selbstständig, so Anja Welzel. Aufträge müssen selbst priorisiert und erledigt werden, allerdings können sie auch schnell anderweitig vergeben werden, wenn das Timing nicht passt. Es ist eine schnelle Branche, in der es um Zeit und Geld geht. Wenn der jeweilige Job eine schnelle Antwort oder Umsetzung erfordert, wird er dem überlassen, der sich zeitnah darum kümmern kann. (...)

„Die Auftragslage hat sich in den letzten Jahren sehr verändert“, sagt Anja Welzel. Vor noch rund zehn Jahren habe man Angebote von Firmen bekommen, da die Zahl der Stimmen, die für Werbespots und Ähnliches geeignet sind, begrenzt war. (...) Die Nachfrage der Kunden sei immer noch hoch, allerdings kämen diese nicht mehr auf ihre gewünschten Sprecher_innen zu, sondern bekämen heute eine Vielzahl von Angeboten, die zumeist qualitativ zu wünschen übrig lassen. Das erschwere das Geschäft enorm. (...)

Die Texte erhält Anja meist nur einen Tag vor dem Einsprechen, doch das genüge ihr. „Mir würde es auch reichen, wenn ich den Text dort vor Ort kriege“, sagt sie. Durch ihre jahrelange Erfahrung weiß Anja, was sie kann und erledigt ihre Jobs mit einem großen Maß an Selbstbewusstsein. Auch ein Grund, warum sie sehr geschätzt wird. Die Arbeit großteilig im Homeoffice erledigen zu können hat weitere Vorteile. Sie verbringst viel Zeit mit ihrem Sohn. Sie habe großes Glück mit ihrem Job, wie sie selbst sagt und kann so ihren Tagesablauf immer wieder frei gestalten und vor allem umgestalten. Das Privatleben bleibe somit nicht auf der Strecke, sondern bekommt durch ihren flexiblen Job viel Raum in ihrem Leben. Das ist Anja sehr wichtig. Sie betont immer wieder, Gesundheit sei das Wichtigste für sie, alles andere „ein netter Bonus“.

Die Voraussetzungen für den Job der Sprecherin seien weniger schulischer Natur. Die Selbstsicherheit der eigenen Person und vor allem in der Stimme hält Anja Welzel für das Wichtigste. Sie selbst habe keine Ausbildung dahingehend gemacht. Ausschließlich die Erfahrung mache das Berufsbild so einzigartig. Genaue Gehaltsangaben werden von ihr nicht genannt, da die Auftragslage nie identisch ist, sondern immer eine Abhängigkeit aufweist. Überschlagen vergleicht Anja Welzel ihr Gehalt einer Woche mit dem eines Monatsgehaltes einer Pflegekraft.

Sie selbst würde ihren Job empfehlen, da er sehr gut bezahlt werde und Spaß mache. Allerdings sei nicht zu vergessen, dass die Zahl der zukünftigen Sprecher für Funk und Fernsehen stetig steige. (...) Letztendlich zähle Talent, Durchhaltevermögen und ein kleines  Quäntchen Glück. Und wenn das alles nicht hilft, gäbe es immer noch das alt bewährte Vitamin B.

 

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