Filmeditor/-in: Cut! Das Ende zuerst

Schaut man einen Spiel- oder Dokumentarfilm, dann denkt man selten an den Schnitt, die Arbeit des Editors. Er bearbeitet das Rohmaterial eines Films und kreiert dadurch dessen Rhythmus und Dramaturgie. Passende Töne, Musik und Grafiken dienen dabei zur Unterstreichung des gewünschten Effekts und des gesamten „Look & Feel“. Thomas Wellmann, erfahrener Editor aus Berlin, berichtet über seine Arbeit als Editor beziehungsweise Cutter und die Unterschiede zum Spielfilmschnitt.

von Carina Sheel

Was macht ein Filmeditor?

Thomas Wellmann bringt es auf den Punkt: Ein Editor muss das Konzept des Regisseurs und Produzenten anhand des Rohmaterials umsetzen können. Dabei gelte es zu beachten, um was für ein Format es sich handelt, ob um eine Dokumentation oder eine Reportage. Am Schnittplatz müsse der Cutter aus den vom Kamerateam aufgezeichneten O-Tönen, Interviews und dem gesamten Bildmaterial die passenden Sequenzen zusammenfügen. Die größte Schwierigkeit sei dabei das Auswählen und Bewerten des Materials, da nur ein Bruchteil der Aufnahmen für den fertigen Film verwendet werden können.

Zudem sei es wichtig eine gewisse „Neutralität“ beim Schnitt zu bewahren. Die Intention eines Films lasse sich durch die Auswahl des Rohmaterials stark beeinflussen und in eine bestimmte Richtung lenken. Grundsätzlich dürfe man „keinen Menschen an den Pranger stellen“. Insbesondere Privatpersonen, die für Dokumentationen Teile ihres Lebens Preis geben, solle man schützen. Thomas meint, Politiker oder andere Personen des öffentlichen Lebens, die eine bestimmte Meinung vertreten, müssten hingegen akzeptieren, wie ein Film sie darstellt.

Was sind die Grundvoraussetzung für einen gute/-n Cutter/-in?

Eine gute Allgemeinbildung sei daher als Schnittmeister/-in von großem Vorteil. Wer politische Filme schneidet, solle in diesem Bereich stets gut informiert sein. Für Naturdokumentationen sei hingegen ein umfassendes Wissen auf den Gebieten Biologie und Geographie wichtig. „Im Dokumentarfilm passieren immer Dinge, die man nicht planen kann“, so Thomas. Er erklärt, dass man einerseits erhofftes Bild- und Tonmaterial oftmals nicht bekommt, andererseits würden sich jedes Mal Dinge ergeben, mit denen man nicht gerechnet habe.

Im Gegensatz zum Spielfilm gebe es für den Dokumentarfilm meist kein striktes Drehbuch. Für Thomas entwickeln sich der Handlungsverlauf und die Dramaturgie im Prozess. Dies gefalle ihm besonders am Dokumentarfilmschnitt. Während des Schneidens arbeite er hauptsächlich mit dem Regisseur zusammen. Experten von Ton und Kamera kämen nur zur Hilfe, wenn etwas schief läuft.

Die Digitalisierung hat den Aufgabenbereich einer/-s Cutters/-in erweitert

Thomas macht für seine Dokumentarfilme sowohl den Schnitt als auch die Tonvermischung, Farbkorrektur und Titel selbst. Natürlich könne man diese Arbeit auch einen Assistenten machen lassen, der auf das jeweilige Gebiet spezialisiert ist. Doch meistens scheitere das am Budget. Dies sei im Gegensatz zum Spielfilm relativ niedrig. (...) Da Thomas freiberuflich arbeitet, stelle er seine Rechnungen an die Produktion selbst. Es komme jedoch auch vor, dass Regie und Produktion von einer Person übernommen werden.

Auf meine Frage nach seinem Bildungsweg erklärt mir Thomas, dass es zu seiner Zeit noch kein spezifisches Studium für diesen Bereich gab. Ursprünglich habe er Kameramann werden wollen, weshalb er Filmemacher an der Deutschen Film- und Fernsehakademie studiert hat. Dieses Studium umfasste die Bereiche Regie, Kamera und Schnitt. Man habe erst einen Cutter kennen lernen und ihm jahrelang am Schneidetisch assistieren müssen, um sich vom Cutter-Assistenten schließlich zum Cutter hocharbeiten zu können. 

Heutzutage gibt es Ausbildungen oder Studiengänge wie „Mediengestalter Bild und Ton“, bei denen das Schneiden klar im Fokus liegt. Das Portal Azubio gibt an, dass dieser Abschluss den Absolventen Berufsmöglichkeiten beim Fernsehen sowie bei Werbeagenturen oder in Film und Tonstudios liefert. (...)

Heute bereiten spezifische Studiengänge auf den Beruf des Filmcutters oder Filmeditors vor

Thomas hält fest, dass das Schneiden von Filmen anfangs noch deutlich komplizierter war. Non-lineare Schnittsysteme wie Avid oder Final Cut existierten anfangs noch nicht und kamen erst Ende der 90er Jahre. Stattdessen wurde linear geschnitten. Es habe Bänder gegeben, von denen man chronologisch über einen Kopiervorgang schnitt. Änderungen seien nur schwer möglich gewesen, da man hierfür die Sequenz erneut kopieren musste, wodurch die Qualität stark litt. Heute arbeitet man pfeilbasiert mit Festplatten und non-linearen Schnittsystemen. Dies hat den Vorteil, dass man viel ausprobieren kann. So bevorzugt Thomas es beispielsweise, das Ende des Films zuerst zu schneiden. Und wenn er wisse, wie der Film aussieht, erstelle er einen passenden Anfang dazu. (...)
 

 

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Diese Medien-Studiengänge bereiten auf eine Karriere als Filmeditor/-in oder Filmcutter/-in vor

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