Journalismus-Studierende drehen Interviews über Inkontinenz

Jeder zehnte in Deutschland ist inkontinent. Doch im Bewusstsein hat das kaum jemand. Selbst die Betroffenen erkennen oft erst viel zu spät, dass ein Gang zum Arzt notwendig ist. Studierende aus dem Studiengang Journalismus und PR nähern sich dem Thema über Interviews.

Der „Selbsthilfeverband Inkontinenz e.V.“ hilft Betroffenen und Angehörigen, klärt auf und macht die Kommunikation mit anderen Betroffenen möglich. Studierende des Studiengangs Journalismus und PR der DEKRA | Hochschule für Medien haben unter der Leitung von Prof. John A. Kantara mehrere Interview-Filme für den Verein realisiert.

Inkontinenz kann jeden treffen. Bei dieser Krankheit sind Betroffene nicht mehr oder beschränkt in der Lage ihren Urinfluss oder Stuhlgang zu halten. Dabei ist von Harninkontinenz oder Stuhlinkontinenz die Rede. Die Gründe sind vielseitig und können in jeder Lebenssituation und in jedem Alter auftreten. Oft kann die Inkontinenz aber durch die richtige Therapie erfolgreich behandelt werden. Das Thema wird oft mit Scham verbunden, weshalb sich viele nicht trauen zum Arzt zu gehen, geschweige denn überhaupt mit jemandem darüber zu reden. Die Anzahl der betroffenen Menschen wird auf ca. 5 Millionen geschätzt, Hochrechnungen gehen sogar von 9 Millionen Personen aus. Man geht aber davon aus, dass die Dunkelziffer höher liegt. Davon sind ungefähr 1,2 Millionen in ambulanter Pflege und 0,3 Millionen in einem Pflegeheim untergebracht.

Studierende der DEKRA | Hochschule unterstützen den "Selbsthilfeverband Inkontinenz e.V." mit Produktionen

Der „Selbsthilfeverband Inkontinenz e.V.“ hilft Betroffenen und Angehörigen, trägt zur Aufklärung in der Gesellschaft bei und macht die Kommunikation mit anderen Betroffenen möglich. Seit gut 16 Jahren gibt es den Selbsthilfeverband. Studierende des Studiengangs Journalismus und PR der DEKRA | Hochschule für Medien haben unter der Leitung von Prof. John A. Kantara mehrere Interview-Filme für den Verein realisiert. Diese sollen für die Internetseite genutzt werden, damit sich die Betrachter/-innen der Webseite ein konkreteres Bild von der Krankheit machen können, dabei hilfreiche Tipps erlangen und auch die Menschen, die hinter dem Verein stehen, kennen lernen.

Die Interviews wurden mit drei Vertreter/-innen des Vereins, die auch selbst von der Krankheit betroffen sind, in den Räumen der DEKRA | Hochschule für Medien geführt. Persönliche Schicksale kamen ebenso zur Sprache wie allgemeine Ratschläge zu dem Umgang mit Inkontinenz und den entsprechenden Herausforderungen im Alltag. Außerdem wurden die verschiedenen Hilfsmittel vorgestellt und ausführlich in der Verwendung erklärt.

Vereinsvorstand Marco Naumann erhielt bereits viel positives Feedback von den Mitgliedern und ist über den „sehr guten Start“ des Projektes sehr glücklich.

Über den Selbsthilfeverband Inkontinenz e.V.

Seit September 2002 gibt es mit dem Selbsthilfeverband Inkontinenz e.V. den ersten Verein für Betroffene von Inkontinenz, deren Angehörige und ehemals Betroffene. Bis bezeichnet sich dieser Verein als kritisch und unabhängig aus. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Arbeit der Selbsthilfegruppen vor Ort zu Unterstützen und das Thema Inkontinenz in der Öffentlichkeit populärer zu machen. Um die Bevölkerung und Mitglieder noch besser über das Leiden und neue Behandlungsverfahren aufklären zu können, soll mehrmals im Jahr eine Zeitschrift für Mitglieder herausgegeben werden. Ebenso werden alle Mitglieder im Verein durch Newsletter über aktuelle Neuigkeiten aus den Bereichen der Hilfsmittel, Inkontinenzversorgung und der Forschung informiert.

Zur individuellen Betreuung gibt es drei Arten von Mitgliedschaften im Verein: Zum einen die Mitglieder, die nicht in einer Selbsthilfegruppe sind, oder in einer Selbsthilfegruppe sind, die nicht Mitglied in unserem Verein ist. Zum anderen gibt es Mitglieder, die in einer Selbsthilfegruppe sind, die auch bei uns Mitglied ist und natürlich auch zählen auch die Selbsthilfegruppen als Mitglieder. Diese Erfassung soll helfen, Selbsthilfegruppen zu stärken, aber auch die Mitglieder dazu ermuntern, eine eigene Selbsthilfegruppe zu Gründen. Beteiligte Journalismus-Studierende: Vanesa Heilig, Meri Väyrynen, Jaqueline Kaldewey, Ragnar Sieradzinski, Dennis Gutjahr, Marvin Miller und Raphael Schmitt.

Die fertigen Videos der DEKRA-Studierenden werden ab Ende Juni auf der Internetseite des „Selbsthilfeverband Inkontinenz e.V.“ sowie bei Facebook und YouTube zu sehen sein.

Wir wünschen dem Verein und den Mitwirkenden alles Gute, weitere Erfolge in der Zukunft und hoffen, dass mehr Betroffene wirksame Hilfe und Beistand durch die Arbeit des Vereins bekommen.


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