Vernissage in der DEKRA Konzern-Repräsentanz

Die Journalismus Studierenden nahmen am Foto- und Videoreportagewettbewerb der DEKRA | Hochschule für Medien teil...

Die Journalismus Studierenden des Jahrgangs 2011 nahmen am diesjährigen Foto- und Videoreportagewettbewerb der DEKRA | Hochschule für Medien teil. Thema des Wettbewerbs war „Mein Berlin“.

Die Journalismus Studierenden des Jahrgangs 2011 nahmen am diesjährigen Foto- und Videoreportagewettbewerb der DEKRA | Hochschule für Medien teil. Thema des Wettbewerbs war „Mein Berlin“.

Die Gewinner des Wettbewerbs sind die Studierenden Georg Loewen, Aynur Özkan, Lissa Hotan, Christina Hopperdietzel, Caspar Bertheau, Klaas Geller, Max Unger sowie Michaela Jacob, den die DEKRA | Hochschule für Medien am letzten Donnerstag in den Räumlichkeiten der DEKRA Konzernrepräsentanz ausgerichtet hatte. Herr Prof. John A. Kantara überreichte gemeinsam mit der Hochschulleitung die Preise anlässlich der Ausstellungseröffnung am Donnerstagabend. Alle eingereichten Werke werden dort mindestens bis zum 31.12.2012 zu sehen sein.

Prof. John A. Kantara sprach von „tollen Arbeiten“ und lobte die Einreichungen der Studierenden: „Wir haben in den vergangenen 12 Monaten, die dieser Jahrgang nun schon an unserer Hochschule ist, versucht Euren Blick auf diese Stadt und die Menschen die hier leben, ihre Probleme, ihre Lebenswirklichkeit zu schärfen. Wir haben Artikel geschrieben, Radio- und TV-Sendungen produziert und versucht, die Augenblicke dieser Lebenswirklichkeit festzuhalten.“, sagte John A. Kantara.

Eine zweiköpfige Jury zusammengesetzt aus Christian Rothenhagen und John A. Kantara hatte die Werke gesichtet und die Preisträger ausgewählt.

Der erste Preis geht an Michaela Jakob für ihre „Berlin-Portraits“ über Berliner Gesichter: „Geboren in Berlin – ein Lebensgefühl das quer durch die Generationen weht. Flüchtig und doch präsent. Ein Lebensgefühl das diese Stadt braucht. Ein Gefühl das Berlin zur Metropole und zur Heimat macht. Die Stadt gibt Dir Arbeit, sorgt für Dich, ist Teil von Dir. Egal ob Du wie Martina, 43, an Deutschlands einzigem Ketwurst-Stand arbeitest. Egal ob Du wie Leo, 22, eine Ausbildung zum Schlosser machst und das Fahrradfahren wie ein Lebenselixier für Dich ist. Oder ob Du wie Helga, 82, vom Schatten des Fernsehturms beschützt wirst. Ein Turm der von ihrem Mann mit aufgebaut wurde. Sie alle sind das wahre Berlin – seine Menschen.“

Der zweite Preis geht an das Team von Caspar Bertheau, Klaas Geller und Max Unger für ihre Reportage über einen Berliner Junkie. „Mein Berlin bei Nacht“: „Er humpelt über die Wilmersdorferstraße. Seine Krücken schleifen über den Asphalt. Das Leben der anderen hastet mit Einkaufstüten an ihm vorbei. Der alte Mann mit den langen, grauen Haaren bleibt unbeachtet. Gregor ist ein Teil dieser Stadt. Er lebt in der U-Bahn, der Bahnhofsmission am Zoo oder am Kottbusser Tor. Gregor hat kein festes Zuhause. Am Jakob-Kaiser Platz klopft er an die Tür der City Toilette. „Besetzt!“, schreit eine rauchige Stimme. Gregor dreht sich um: „Ich setz mir den Schuss auch gerne draußen!“. Unter dem schwachen Licht einer Straßenlaterne zieht Gregor ein kleines Radio aus seiner Tasche „Das Sandmann Lied erklingt.“

Der dritte Preis geht an Lissa Hotan und Christina Hopperdietzel für ihre Reportage über eine Berliner Bettlerin „Armut - Leben auf der Strasse“: „Alltag einer alten Bettlerin am U-Bahnhof Warschauerstraße. Tagtäglich versucht sie ein bisschen Geld zu verdienen. Grau verstreicht die Zeit in schwarzweiß und golden schimmern die Cents. Das Leben hinterlässt Spuren in uns allen. Wir sind gezeichnet. Ob alt, jung, arm oder reich. Wir alle kennen die Angst. Und die Hilflosigkeit.“

Der vierte Preis geht an Georg Loewen für „Eine Stadt aus Licht“: „Zwischen Beton und Asphalt fließt ein nie schlafender Strom aus Unvernunft und Freiheit. Die Unzulänglichkeiten dieser Stadt, machen sie nahezu Perfekt. Eine Stadt, die erst durch ihre Menschlichkeit im vollen Glanz erstrahlt. Eine Stadt die sich immer wieder neu erfindet. Eine Stadt die aus dem Rahmen springt. Eine Stadt die lebt. Hinter Mauer und Glas wo das wilde Herz wie eine Glühbirne brennt, liegt unverblümte Schönheit. Wie ein Schleier, gleitet die Zeit durch den Raum. Eine Stadt so schwierig zu greifen. Eine Stadt so unverbunden und schnell. Eine Stadt so vielseitig. Eine Stadt aus Licht.“

Der fünfte Preis geht an Aynur Özkan für die Bilder „Vergessene Orte in Berlin – Bereit für die Klinik?“: „Wir verschließen die Augen. Orte, die früher mit Leben pulsierten, liegen heute brach. Mitten in Neukölln liegt das ehemalige Kinderkrankenhaus am Mariendorfer Weg versteckt hinter zugewachsenen Büschen. Noch im ersten Weltkrieg wurde das Krankenhaus erbaut. Hebammen lernten hier ihr Handwerk. Säuglinge wurden hier geboren und sind hier gestorben. Während der Teilung der Stadt wurde in den 60er Jahren ein neues Gebäude angebaut – im Asbeststil. Nach einem Brand schloss das Krankenhaus 2005 endgültig seine Türen. Zurück bleibt eine einsame und grausige Schönheit, die man nicht vergessen darf.“

Die DEKRA | Hochschule für Medien dankt allen Mitwirkenden für die gelungene Vernissage und die Einreichung der Arbeiten.


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