Veranstaltung „Climate change and science fiction”

Spannende Diskussionen in der Veranstaltung „Climate change and science fiction” - Berlinale Sektion NATIVe: Das Publikum der Veranstaltung lobte die Kurzfilme der jungen Studierenden des Studienganges Film und Fernsehen der DEKRA | Hochschule.

Podiumsdiskussion im großen Saal der Heinrich Böll Stiftung.

Der große Saal der Heinrich Böll Stiftung war am Donnerstag, den 14.02.2019, mit 160 Gästen bis auf den letzten Platz gefüllt. Einige Zuhörer mussten sogar auf dem Boden Platz nehmen und konnten von dort eine spannende Veranstaltung miterleben, zu der die DEKRA | Hochschule für Medien und ihr langjähriger Partner, die Helmholtz Initiative Regionale Klimaänderung, eingeladen hatten. Vorträge, Diskussionen und Filme setzten sich mit der Zukunft filmischen Erzählens vor dem Hintergrund des globalen Klimawandels auseinander. Eingeladen waren Klimaforscher, Filmemacher und Filmstudierende. Einen ersten, bleibenden Eindruck hinterließ der Kurzfilm "Bedtime Stories" von Ipek Sertöz, Studentin im Studiengang Film und Fernsehen, Jahrgang 2016.

Sie wagt einen Blick in die Zukunft und erzählt die Geschichte eines Mädchens, das durch ein altes Märchenbuch ihrer Großmutter von der vergangenen Vielfalt der Natur erfährt. Die Veranstaltung eröffneten Dr. Klaus Grosfeld, Managing Direktor der Helmholtz Klima Initiative REKLIM und Prof. Rolf Teigler vom Studiengang Film und Fernsehen der DEKRA | Hochschule für Medien. Beide blicken auf eine langjährige, erfolgreiche Kooperation der beiden so unterschiedlichen Institute zurück, die an einer gemeinsamen Sprache arbeiten, in der sich naturwissenschaftliche Erkenntnisse der Klimaforschung und die Entwicklung neuer erzählerischer Wege der Filmgestaltung gegenseitig beflügeln.

In ihrem Grußwort betonte Anna Kalbhenn, Projektmanagerin der Sektion NATIVe - A Journey into Indigenous Cinema der Berlinale 2019, den speziellen Fokus der Projekte auf Länder und Inseln im Pazifischen Ozean. Es geht nicht zuletzt die wachsende Bedrohung durch den steigenden Meeresspiegel, der für viele Bewohner zu einer existentiellen Frage geworden ist, da er ihre Lebensgrundlage bedroht. Einen Überblick über die aktuellen wissenschaftlichen Ergebnisse der Klimaforschung zum Thema Anstieg der Meeresspiegel gab Prof. Dr. Peter Lemke vom Alfred Wegener Institut, Helmholtz Center für Polar and Meeresforschung. Peter Lemke war Professor an der Universität Bremen und ist wissenschaftlicher Koordinator der Helmholtz Klima Initiative REKLIM. Neben vielen international renommierten Arbeiten wirkte er am vierten "Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change IPCC", im Jahr 2007 mit. Für diese Arbeit wurde Dr. Lemke, gemeinsam mit dem ehemaligen amerikanischen Vizepräsidenten Al Gore und allen weiteren beteiligten Wissenschaftlern mit dem Friedensnobelpreis gewürdigt.

Einen sehr direkten Einblick in das Leben unter den realen Bedingungen des steigenden Meeresspiegels zeigte der Dokumentarfilm "Tide of Change" von Amie Batalibasi. Die Filmemacherin, die mittlerweile in Australien lebt, zeigt darin den Kampf mit dem steigenden Wasser, den ihre Familie auf der Inselgruppe der Solomon Islands täglich führt. Die Autorin, Regisseurin und Produzentin wurde 2017 mit dem Sundance Institute's Merata Mita Fellowship ausgezeichnet. 2018 wurde sie im Rahmen der Berlinale Talents sowie zum Toronto International Film Festival Filmmaker Lab eingeladen. Ihr Film gewann mehrere Preise und wurde auf Filmfestivals in Australien, Kanada, Frankreich, Russland, Mexiko und Neuseeland gespielt. Auf dem Podium diskutierte neben Amie Batalibasi auch Dr. Renate Treffeisen vom Klimabüro des Alfred-Wegener-Instituts. Sie arbeitet seit vielen Jahren unter anderem mit Prof. Teigler zur Entwicklung von medialem Wissenstransfer an der Schnittstelle von Wissenschaft und Kunst. In diesem Zusammenhang steht auch die Kooperation von REKLIM und dem Studiengang Film und Fernsehen der DEKRA | Hochschule für Medien.

Ein weiterer Diskussionsteilnehmer war Prof. Peter Henning, Drehbuchautor, Regisseur, Professor für Dramaturgie und Drehbuch an der Film Universität Potsdam Babelsberg und Vorstandmitglied im Verband der Drehbuchautoren in Deutschland. Peter Henning machte auf die Notwendigkeiten filmischen Erzählens aufmerksam und verwies auf die Chancen von neuen Erzählformen. Diese können sowohl über Stilmittel des Science Fiction als auch mit Virtual Reality Techniken besser auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam machen, als die traditionellen filmischen Erzählformen ohne diese Eigenschaften.

Die Vorschläge des Berliner Filmprofessors trafen sich exakt mit denen der australischen Filmemacherin Amie Batalibasi, die ihre Erfahrungen mit 360° Kameras schilderte. Die spannenden Diskussionen wurde abgerundet durch die Vorführung von drei Filmen, die Studierende des Jahrgangs FF16 im Rahmen der Kooperation DEKRA | REKLIM hergestellt hatten. Robin Mandel (Apfelbaum, 6 Min) Nicholas Kirchner (Addio Venezia, 6 min) sowie Ipek Sertöz und Iria Guldimann (Die Mauer, 10 Min) wurden vom Publikum für ihre beeindruckenden Arbeiten gelobt.

Zuschauende fragten sogar nach dem Alter der Anfang 20-Jährigen und lobten die Werke so junger Filmschaffender. Mehrere Zuschauende machten außerdem konkrete Vorschläge für weitere Vorführmöglichkeiten. Die Reise der Kurzfilme der DEKRA Studierenden hat erst begonnen. Ein nächster Termin steht schon fest: Das Kommunale Kino Bremerhaven zeigt die Filme in einem Sonderprogramm am 25. März 2019.

 

Trailer zum Kurzfilm Bedtime Stories von Ipek Sertöz, Studentin des Studiengangs Film und Fernsehen der DEKRA | Hochschule für Medien. Infos und Kontakt zu Ipek unter: www.ipeksertoz.com. Trailer, die im Rahmen der REKLIM-Kooperation entstanden sind, finden sich auf unserem Youtube Kanal in der REKLIM-Playlist.

Fotos: Bärbel Kosanke

Auch das Team von StraightForward war anwesend und verarbeitete Interviews und Einblicke in die Veranstaltung zu einem spannenden TV-Beitrag:


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