Analog meets digital: Projektarbeit Kommunikationsmanagement

Die Erstsemester des Studiengangs Kommunikationsmanagement, Schwerpunkt Mediendesign, befassen sich in diesem Semester unter anderem mit analogem Mediendesign. Im Seminar Grundlagen Design und Grafikdesign ging es Prof. Franka Futterlieb darum, die Grundlagen der Form- und Farblehre auf möglichst anschauliche Art zu vermitteln.

Posterpräsentation des Studiengangs Kommunikationsmanagement mit Schwerpunkt Mediendesign an der DEKRA | Hochschule für Medien

Analoges Arbeiten im Zeitalter der Digitalisierung: Designen mit Schere und Papier

Die Studierenden des Studiengangs Kommunikationsmanagement, Schwerpunkt Mediendesign 2018, hatten zunächst die Aufgabe, Formen und Farben vorhandener digitaler und analoger Medienprodukte in ein ausschließlich analoges Design umzuwandeln. Als Materialien erhielten sie dazu zunächst nur Schere, Klebstoff und Papier.

Was zunächst an eine Bastelstunde erinnerte, stellte sich alltäglich als echte Herausforderung heraus: Die Schwierigkeit bestand für die angehenden Mediendesigner/-innen darin, die geometrischen Grundformen, aus denen komplexe Produkte bestehen zu identifizieren, maßstabsgetreu zu erfassen und möglichst genau in Papierform nachzubilden. Es entstanden bei dieser Aufgabe maßstabs-, farb- und formgetreue übergroße Abbildungen elektronischer Geräte wie einer Kassette, IPod und Radio.

Klassisches Prototyping wurde analog umgesetzt

In zweiten Schritt des Seminars stand klassisches Prototyping im Mittelpunkt. Dabei ging es Prof. Franka Futterlieb darum, ein Verständnis für Dreidimensionalität und Körper im Raum zu entwickeln. Auch diese Aufgabe fand ihre Umsetzung hauptsächlich analog. Allerdings wurden Schere, Klebstoff und Papier diesmal um eine digitale Komponente ergänzt: Die Gruppe erhielt einen Mikrocontroller, ein Touchboard, das auf Berührung reagierte sowie ein Grußkartenmodul, das Sound aufnahmen und abspielen konnte. Die Studierenden standen nun vor der Herausforderung, mit den vorhandenen Materialien ein eigenes Produkt zu konzipieren und umzusetzen. Alleine die Funktionen der Sensorik bestimmten den Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten.

Nach einer Woche Anfertigungszeit wurden fünf verschiedene Produkte entwickelt: Eine bespielbare Jukebox, ein bespielbarer, sprechender Pandabär, ein Stimmungswürfel, ein Roomservice Gadget für Hotelzimmer und ein interaktiver Restaurantfinder.

Die Jukebox konnte nach Wunsch mit MP3-Dateien bespielt und abgerufen werden. Der Pandabär, der aus Papier entstand, kann als Prototyp für ein interaktives Spielzeug betrachtet werden. Er lässt sich mit Sprache bespielen, die im Anschluss beliebig oft wiedergegeben werden kann. Der Restaurantfinder hilft interaktiv bei der Wahl der richtigen Lokalität. Er spielt auf Knopfdruck hinterlegten Sound und Informationen zu den einzelnen Restaurants aus. Mit dem Stimmungswürfel entsandt ein interaktives Spiel- und Spaß-Gadget, das die Stimmung der würfelnden Personen wiedergibt. Das Roomservice-Gadget ersetzt das altbekannte Papier-Schild an Hotelzimmertüren und zeigt mit einem zuvor festgelegten Farbschema an, welchen Service die Gäste gerade wünschen.

Der letzte Schritt zum erfolgreichen Abschluss des Seminars war die Prüfung. Die Studierenden hatten die Aufgabe, zu ihrem jeweiligen Produkt ein informations- oder Werbeplakat zu entwerfen – natürlich ebenfalls analog. Bestandteil der Prüfung war sowohl das Anfertigen des Plakats, als auch eine Präsentation von Plakat und designtem Produkt.

Von analogem Prototyping zu digitalem Design

Die analoge Arbeit der Mediendesign-Studierenden im ersten Semester soll zunächst ein grundlegendes Verständnis für Formen, Farben und Funktionszusammenhänge digitaler Produkte anlegen. Die Arbeit an digitalem Design der höheren Semester baut auf diesem Grundlagenverständnis auf und entwickelt es weiter. Außerdem wird so eine umfassende Idee vom Übergang und Zusammenhang zwischen analogem und digitalem Design entwickelt, das im Zeitalter der Digitalisierung sowohl im Studium als auch im späteren Berufsleben von zunehmender Bedeutung ist.


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