Prof. Stiglegger über die Tradition des Film Noir in Deutschland

Vorlesung mal anders: Professor für Fernsehen und Film, Dr. Marcus Stiglegger, spricht im folgenden Videoessay über die Tradition des Film Noir.

Vorlesung mal anders: Professor für Fernsehen und Film, Dr. Marcus Stiglegger, spricht im folgenden Videoessay über die Tradition des Film Noir.

Film- und Fernsehen-Professor Dr. Marcus Stiglegger hat zusammen mit Danilo Vogt für Temperclay/Lighthouse Entertainment ein Videofeature ins Leben gerufen. Es geht um den Film ZWISCHEN DEN JAHREN von Regisseur und Drehbuchautor Lars Henning in der Tradition des Film Noir. Stiglegger, der im Studiengang Film und Fernsehen an der DEKRA | Hochschule für Medien unterrichtet, evaluiert dort die Bezüge des deutschen Genrefilms im Hinblick auf  die Stilmittel des amerikanischen Genrekinos.

Dieser düstere Kriminalfilm der 1940er und 1950er Jahre weist klare stilistische Merkmale auf, die henning in seinem Film ebenfalls aufgreift.  ZWISCHEN DEN JAHREN besticht nicht nur durch Low-Key ausgeleuchtete, düstere Szenen und Breitwandformat. Auch seine rohe Form, die unzugänglichen Figuren und der rätselhaft bleibenden Plot sind Noir-Eelemente, die Henning gut umsetzt. Stiglegger bezeichnet den Film daher als  deutschen Neo-Noir und führt die hier genannten Bezüge zum amerikanischen genre detailliert aus. Trotz der klaren Genrebezüge erschöpft sich der Film darin nicht. Er bleibt bis zuletzt spannend und ist absolut sehenswert.

Über den Film "ZWISCHEN DEN JAHREN":

Nachdem er eine langjährige Haftstrafe wegen Mordes verbüßt hat, wird der Becker (Peter Kurth) aus dem Knast entlassen. Ein neues Leben zu beginnen und die furchtbare Tat von damals endgültig hinter sich zu lassen, ist sein einziges Ziel. Becker findet einen Job, Freunde und in der einsamen Rita eine Frau, die sich für ihn interessiert. Doch dann wird er völlig überraschend von seiner Vergangenheit eingeholt: Dahlmann (Karl Markovics) steht vor ihm, jener Mann, dessen Frau und Tochter er vor 18 Jahren bei einem tragisch aus dem Ruder gelaufenen Einbruch erschossen hat. Offenbar weiß Dahlmann genau über den Ex-Häftling und dessen neues Leben Bescheid. Becker lässt nichts unversucht, um den Stalker zu besänftigen, fleht ihn an, ihn in Frieden zu lassen. Aber Dahlmann will Rache - und Becker wird klar, dass es scheinbar nur einen einzigen Weg gibt, um die Menschen die ihm nahestehen vor dieser Rache zu schützen.

Über den Regisseur Lars Henning:

Lars Henning studierte an der Kunsthochschule für Medien in Köln und arbeitete anschließen als Regieassistent und Script/Continuity bei diversen Film- und Fernsehproduktionen. Seit einigen Jahren ist er als freier Regisseur und Drehbuchautor tätig und kann damit auf diverse Erfolge zurückblicken: 2016 feierte sein Film Kaltfront feierte Premiere beim Max Ophüls Preis/Saarbrücken. Zwischen den Jahren" wurde 2019 bei der Berlinale in der Kategorie "Perspektive Deutsches Kino ausgezeichnet und ein Jahr später für den Filmpreis NRW in der Kategorie "Bester Spielfilm" nominiert. 2019 schlussendlich für den Adolf-Grimme-Preis. 

2018 wurde die Tatort-Folge "Der Turm" auf dem Festival des Deutschen Films in Ludwigshafen am Rhein ausgezeichnet.  In den Jahren 2009 und 2010 wurde sein Kurzfilm "Driving Élodie" mit dem Preis der Jugend-Jury auf dem San Gio Festival in Verona ausgezeichnet und erhielt eine Lobende Erwähnung bei den 51. Internationalen Kurzfilmtagen in Oberhausen. Außerdem wurde der Film beim Max Ophüls Festival sowie beim Istanbul International Short Film Festival und dem International Shortfilm Festival Sao Paulo gespielt.

Zuvor, in den Jahren 2007 und 2008 feierte sein Kurzfilm "Security" über 100 nationale und internationale Festivalauftritte und gewann 20 Preise. 2005 gewann sein Kurzfilm "Koslowski" den Jurypreis beim Kontrast Filmfest in Bayreuth, den Förderpreis der thüringischen Staatskanzlei beim International Short Film Festival Bradford und wurde beim Antimatter Film Festival Victoria und Kanada ausgezeichnet.


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