Prof. RP Kahl in der Jury des Filmfest Oldenburg

Prof. RP Kahl, Studiengangsleiter Studiengang Schauspiel und Inszenierung, war als Mitglied des Advisory Boards des Filmfest Oldenburg Teil der internationalen Festival-Jury.

Der zweite Seymour Cassel Award für Outstanding Performance geht an Zachary Ray Sherman für seine Rolle in "Cuck". Festivalleiter Torsten Neumann und der Beirat bestehend aus Amanda Plummer, Deborah Kara Unger und RP Kahl übergaben es stellvertretend an "Cuck"-Regisseur Rob Lambert. (c) Filmfest Oldenburg

Der zweite Seymour Cassel Award für Outstanding Performance geht an Zachary Ray Sherman für seine Rolle in "Cuck". Festivalleiter Torsten Neumann und der Beirat bestehend aus Amanda Plummer, Deborah Kara Unger und RP Kahl übergaben es stellvertretend an "Cuck"-Regisseur Rob Lambert. (c) Filmfest Oldenburg

Filmfest Oldenburg: independent und innovativ

Nicht Blockbuster- und Mainstreamproduktionen, sondern ambitionierte und risikofreudige Independentfilme und viele Erstlingswerke machten das als "europäisches Sundance" gepriesene Internationale Filmfest Oldenburg auch in diesem Jahr wieder zu einem kreativen und lebendigen Ort für alle anwesenden Filmschaffenden.

Mit seiner Mischung aus Anspruch und Attraktion ist es in der internationalen Festivallandschaft als eines der wichtigsten Events für unabhängiges Kino in Europa etabliert und anerkannt. Teilnehmer des Filmfestivals waren zum Beispiel schon Nicolas Cage, LeVar Burton, Justus von Dohnányi, Peter Lohmeyer, Klaus J. Behrendt, Dietmar Bär, Andrea Sawatzki, Til Schweiger, Veronica Ferres, Matthew Modine. Das diesjährige Festival zählte insgesamt über 15.500 Zuschauer.

In der Jury vertreten waren – neben Prof. RP Kahl, Professor für Schauspiel und Inszenierung an der DEKRA | Hochschule für Medien, außerdem renommierte US-amerikanischen Schauspielerinnen Amanda Plummer ("Butterfly Kiss", "Pulp Fiction") und Deborah Kara Unger ("Crash", "The Game"). Der Seymour Cassel Award für die beste darstellerische Leistung ging 2019 an Patrycja Planik für die Hauptrolle in "Lillian", sowie an Zachary Ray Sherman für seine Hauptrolle in "Cuck". 

Zum ersten Mal vergeben: German Independence Awards für das beste Erstlingswerk und für cineastische Kühnheit

Der German Independence Award für das beste Erstlingswerk ging an "In Full Bloom" von Adam VillaSeñor und Reza Ghassemi. Der German Independence Award für cineastische Kühnheit ging an "Tito" von Grace Glowicki. Das Advisory Board ehrte zudem den Film "The Steed" von Erdenebileg Ganbold mit einer Special Mention und einem neu ausgerufenen Preis, dem Spirit of Cinema Award. Der Hauptpreis, der German Independence Award für den besten Film in der Independent-Reihe des Filmfests ging ebenfalls an "In Full Bloom" von Adam VillaSeñor und Reza Ghassemi. Dieser Preis wurde durch das Publikum bestimmt.

Die 26. Ausgabe des Internationalen Filmfest Oldenburg hatte viele Premieren aus Indien, der Mongolei, Australien, den USA, Dänemark und der ganzen Welt zu bieten. Sieben Jahre nach seinem Debütfilm "Oh Boy" wurde mit "Lara" das Filmfest ein zweites Mal mit einem Film von Jan-Ole Gerster eröffnete. Auf dem Red Carpet sorgten zahlreiche Stargäste wie Bella Thorne, Amanda Plummer, Timothy V. Murphy und hunderte Fans für einen gelungenen Auftakt. Mit Rob Lamberts mutigen Debüt "Cuck" feierte eines der ehrlichsten und kontroversesten Regiedebüts des Jahres seine Internationale Premiere in Oldenburg.

Weltpremieren und internationale Premieren, die etwas zu sagen haben

Viele Weltpremieren und internationale Premieren, darunter auch "In Full Bloom" von Adam VillaSenor und Reza Ghassemi, ein Boxepos, das gekonnt die politischen Spannungen nach dem Zweiten Weltkrieg zwischen Japan und den USA einfängt, machten das Festival für fünf Tage wieder zum Zentrum für junges, aufstrebendes Kino. Die Premieren von "Lillian" von Andreas Horvath und "Bis die Welt einen Rand bekommt" von Daniel Bertram stellten unter Beweis, welche Bildkraft von der Leinwand ausgehen kann, wenn Einstellungen wie Fotografien ausgearbeitet sind oder Mondlandungsbilder mit hypnotischer Kraft in eine Parallelwelt einladen.

Das Internationale Filmfest Oldenburg ehrte in diesem Jahr auch Burkhard Driest mit einem Tribute. Mit Driest war ein großer deutscher Ausnahmekünstler zu Gast, der als Drehbuchautor, Schauspieler, Produzent und Regisseur zahlreichen internationalen Filmen seinen Stempel aufdrückte. Ebenso ehrte das Internationale Filmfest Oldenburg posthum Independent-Ikone Seymour Cassel mit einem Tribut. Der langjährige Wegbegleiter des Internationalen Filmfest Oldenburg verstarb am 7. April dieses Jahres. Er war eines der Gesichter des amerikanischen Independentkinos, das in vielen Filmen von John Cassavetes zu sehen war und immer wieder zwischen Hollywood und unabhängigem Kino mühelos variierte. In Oldenburg waren mehr als 20 seiner Filme über die Jahre zu sehen, Cassel selbst war viele Male in der Huntestadt zu Gast.

Dem Ehrengast Burkhard Driest wurde bei der Filmfest-Gala des Festivals im Oldenburger Staatstheater der German Independence Honorary Award verliehen. In seiner Dankesrede am Samstag sprach sich der 80-Jährige vor allem gegen eines aus: gegen Angst, die oftmals blockiere – künstlerisch wie auch politisch und gesellschaftlich. Für große Aufmerksamkeit sorgte auch die Vergabe des 13. Sterns auf dem OLB-Walk of Fame für Amanda Plummer. 

Ein vielfältiges und künstlerisch lebendiges Filmfest Oldenburg ging mit der Closing Night Gala, dem Abschlussfilm "Happy Endings" von Hella Joofs und der Bekanntgabe der Preisträger feierlich zu Ende.


back to overview