Prof. Dr. Udo Bomnüter als Speaker beim Symposium „Transcultural Adaptation“

Udo Bomnüter, Professor für Kommunikationsmanagement an der DEKRA | Hochschule für Medien, referierte beim internationalen Symposium „Transcultural Adaptation“ der TU Dresden über transkulturelle Appropriation bei der Shakespeare-Verfilmung "Makibefo".

Prof. Udo Bomnüter, Professor im Studiengang Kommunikationsmanagement an der DEKRA | Hochschule für Medien, beim Symposium der TU Dresden „Transcultural Adaptation“.

Vom 05. bis 07. November 2018 fand an der Technischen Universität Dresden das internationale Symposium „Transcultural Adaptation“ unter Leitung von Dr. Wieland Schwanebeck statt. Dabei wurden unterschiedliche Aspekte der Adaptionsforschung in einem globalisierten und transnationalen Umfeld behandelt.

Adaption stellt im Sinne der Adaptionsforschung eine Strategie dar, die das Überleben von Erzählungen sichert, die Grenzen überschreiten  – egal, ob es sich dabei um zeitliche, räumliche oder mediale Grenzen handelt. So, wie sich eine Spezies durch Adaption an veränderte Umweltbedingungen anpasst, können auch Texte durch solche Anpassungsleistungen in einer neuen Umgebung aufgehen.

Sobald kulturelle Artefakte diesen „adaptive encounters“ ausgesetzt sind, kommt es zu fruchtbaren und tiefgreifenden Transformationsprozessen, die es den an ihnen Beteiligten gestatten, ihre Selbstbilder im Vergleich mit dem kulturell „Anderen“ zu entwickeln. Der Gedanke der transkulturellen Adaption reagiert auf die Herausforderungen einer von Globalisierung und Transnationalität charakterisierten Welt. Transkulturalismus heißt, überkommene Vorstellungen von kulturellen Räumen zu überwinden. Kultur heißt in diesem Sinne stets Transkultur.

Nach einer Auftaktveranstaltung in der Sächsischen Landesbibliothek mit Grußworten der Gastgeber, einer Keynote von Prof. Dr. Iain Robert Smith (King’s College, London) und einer interdisziplinären Podiumsdiskussion setzte sich das hochkarätig besetzte Symposium in zwölf Vorträgen und einer weiteren Keynote von Prof. Dr. Ivo Ritzer (Universität Bayreuth) mit Konzepten und Prozessen des Forschungsgebiets auseinander. Die Teilnehmer/innen stammten aus unterschiedlichen Ländern: neben deutschen Top-Speakern wie Prof. Dr. Eckart Voigts (Universität Braunschweig) u. a. Professor Kyle Meikle (University of Baltimore), Prof. Dr. Sarah Heinz (Universität Wien) und weitere Vortragende aus Großbritannien, Russland, Polen und dem Iran.

Neben der Erörterung konzeptioneller Grundlagen wurden verschiedene Beispiele für literarische, filmische und multimediale Adaptionen vorgestellt, z. B. die iranische Ibsen-Verfilmung Sara (Nora oder ein Puppenheim), die irakische Romanadaption Frankenstein in Baghdad, die Vereinnahmung popkultureller Symbole durch die Neue Rechte und die indische Shakespeare-Adaption Haider (Hamlet).

Udo Bomnüter, Professor für Kommunikationsmanagement an der DEKRA | Hochschule für Medien, stellte in diesem Rahmen die in Madagaskar realisierte Shakespeare-Verfilmung Makibefo (Macbeth) von 1999 vor. Der Titel seines Beitrags lautete: „Tribal Rituals on Sand Dunes: Alexander Abela’s Makibefo as Transcultural Appropriation of Macbeth”.

Im Vordergrund stand die Darstellung der Kollaboration zwischen dem Regisseur und der indigenen Gruppe der Antandroy, als deren Ergebnis Shakespeares Macbeth mit madagassischen Traditionen fusioniert wurde. Das Ergebnis stellt ein transkulturelles, „hybrides“ Kunstwerk dar, in dem sich Stammesrituale, Sitten und Tabus der Einheimischen gleichberechtigt wiederfinden und postkoloniale Themen verhandelt werden. Anhand von Film- bzw. Soundclips und Stills aus dem Film wurden die Komponenten der Transkulturation anhand von Adaptionsentscheidungen des Filmemachers aufgezeigt.

Udo Bomnüter ist studiengangsverantwortlicher Professor für Kommunikationsmanagement an der DEKRA | Hochschule für Medien. Seit 1996 ist er Geschäftsführer der Valerian Film GmbH, einer unabhängigen Berliner Film- und Fernsehproduktion. Er produzierte unter anderem die Komödie Süperseks (2004/ Koproduzent) und die Genrefilme Drawn in Blood (2006) und Beyond Remedy (2009). 2013 promovierte Bomnüter über Erfolgsfaktoren filmischer Literaturadaptionen. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Geschäfts- und Erlösmodelle, Medientransfer/ Adaption, Medienfinanzierung und -politik mit Fokus auf den Film- und Fernsehsektor. An der DEKRA | Hochschule unterrichtet er u. a. in den Fächern Filmfinanzierung, Internationaler Medienmarkt, Medienforschung und Cross Media-Projekt.


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