Maximilian Rauh

Maximilian hat geschafft, wovon viele Journalisten träumen: Nach seinem Praktikum beim Radio ist er nun sogar fester Bestandteil der Morning-Show beim Sender 89.0 RTL. Aber er ist noch lange nicht am Ziel! Wohin es ihn wirklich zieht, verrät er uns hier.

Maximilian, Student an der DEKRA | Hochschule für Medien, hat geschafft, wovon viele Journalisten träumen: Nach seinem Praktikum beim Radio ist er nun sogar fester Bestandteil der Morning-Show beim Sender 89.0 RTL.

Interview von: Thalia Sporleder und Patricia Dietz

Warum hast du Journalismus als Studienfach gewählt und warum hast du dich damals für die DEKRA | Hochschule für Medien entschieden?

Ursprünglich bin ich aus Ilsenburg, das liegt im schönen Harz. Eigentlich wollte ich zuerst Sprachwissenschaften in Halle studieren, das hat aber alles nicht so geklappt, weil ich mich dann doch für etwas anderes entschieden hatte. Ich wollte aber schon immer moderieren und habe dann gesagt, ich gehe 2012 an die DEKRA | Hochschule, um da TV-Journalismus und Moderation zu studieren.

Also kann man sagen, dass Moderation von Anfang der Plan war?

Richtig, ich hatte es schon in der Schule, bin auf ein Musik-Gymnasium gegangen und hatte da schon Sprecherziehung. Da habe ich die ersten Kontakte damit gemacht und gedacht, das findest du echt cool. Das wollte ich ausbauen. Ich habe es dann an der DEKRA | Hochschule studiert und bin 2015, nach dem 3-monatigen Praktikum, zu meinem ersten Radiosender gekommen. 

Wieso eigentlich Radiomoderation und nicht  TV-Moderation?

Ich habe mit ganz vielen Leuten in Berlin gesprochen, die gesagt haben, dass sie über das Radio in die Fernseh-Moderation oder ins Fernsehen gekommen sind. Zum Schluss soll für mich auch immer noch Fernsehen der Knackpunkt sein. Ich glaube beim Radio lernt man erstmal ein bisschen die Basics: wie steigt man ein, wie geht man ans Thema ran. Ich habe auch jetzt schon gemerkt, wir hatten ja im Studium viel mit Kameras zu tun und es ist halt voll easy, ein Thema zu vermitteln, wenn du dazu noch einen Beitrag drehen kannst. Im Radio musst du den ganzen Spaß dann einfach umschreiben und dir dabei Bilder einfallen lassen.

Bist Du durch dein Praktikum an Deinen jetzigen Job gekommen und hast Du danach direkt ein Volontariat gemacht?

Genau, ich war erst bei einem anderen Radiosender. Da war ich das Pflichtpraktikum über, bin danach vier Monate geblieben, wollte da eigentlich mein Volontariat machen. Das hatte sich dann allerdings alles ein bisschen überworfen, weil sie mir dann zum Schluss gesagt haben, dass sie nur noch auf Festangestellte setzen, sie keine Leute mehr ausbilden. Das wäre von meinem jetzigen Heimatort – ich wohne momentan in Halle – eine Stunde entfernt gewesen und hätte da auch jeden Tag pendeln müssen. Ich habe dann geguckt, wo kannst du sonst noch so hin. Ich habe während der Zeit, als ich bei dem anderen Radiosender war, schon die Morgenschau-Moderatorin von meinem jetzigen Arbeitgeber kennengelernt. Wir sind ins Gespräch gekommen und sie hat gesagt: „Pass auf, schreib doch einfach eine Bewerbung und wir gucken, was passiert.“ Ich habe dann meine Bewerbung geschrieben, habe Sprachaufnahmen gemacht, bin losgetingelt, habe Bilder geschossen und dann meldeten die sich eine Woche später: Ich sollte zum Probearbeiten kommen. (...)

War es von der Konkurrenz her sehr schwer, an den Job zu kommen? Oder gab es kaum welche?

Doch, es war schon Konkurrenz da. Letztendlich habe ich alles darauf gesetzt, was ich an der DEKRA | Hochschule gelernt habe, zum Beispiel viel zu designen. Ich habe meine komplette Bewerbung in einem relativ aufwendigen, kleinen Projekt gemacht, wie so ein kleines Magazin, wo meine Stärken und Schwächen auf einem Zeitstrahl waren. Ich habe an der DEKRA | Hochschule damals noch ein Hörbuch, beziehungsweise ein Kinderbuch geschrieben, das ich als Hörbuch vertont habe. Und das habe ich auch noch mit abgegeben. Ich glaube, das war letztendlich das, was die Konkurrenz ein bisschen ausgestochen hat. Es waren sogar für den Radiosender relativ viele. Ich arbeite bei dem Radiosender 89.0 RTL, der gehört zur RTL-Gruppe, genauso wie 104.6 aus Berlin und Jam FM. Wir sind hier in Sachsen-Anhalt an dritter Stelle der größten Sender und in Niedersachsen an zweiter Stelle.

Hat man bei Deiner Bewerbung dann eher auf Dein Portfolio geachtet oder auch darauf, dass Du ein Studium gemacht hast? Was hat Deiner Meinung nach eher den Ausschlag gegeben?

Das ist echt schwierig zu sagen. Ich glaube – das sage ich auch jedem, den ich so kennenlerne, der mich fragt, ob ich studiert habe, beziehungsweise, was ich von meinem Privatstudium halte – was ich da mitgenommen habe, ist Gold wert. Man hat unfassbar viel gelernt. Im Endeffekt war es wohl ein Zusammenspiel aus allem. Bei dem Portfolio habe ich mir wahnsinnig viel Mühe gegeben und die ganzen Sprachproben und das, was ich dann zum Schluss studiert habe, beziehungsweise was ich mit gebracht habe, ich glaube, das hatte es ihnen auch schon angetan. 

Was hast Du für Aufgaben bei dem Radiosender? Gibt es spezielle Projekte?

Ich war zuerst Springer-Moderator, habe mal ein bisschen den Vormittag moderiert, mal den Nachmittag, dann war ich das komplette Jahr am Wochenende dran und jetzt kam es eben so, dass ich gefragt wurde, ob ich nicht mit in der Morning-Show moderieren möchte. Seit Januar mache ich das, sprich zwei Wochen. Das ist ja das, worauf ich die ganze Zeit hingearbeitet habe. Wenn man das einmal gemacht hat, ist das schon ein Riesen-Sprungbrett. Jetzt muss ich jeden Tag um 3:40 Uhr aufstehen und mich fertigmachen, um fünf geht die Sendung los. Momentan bin ich da noch Sidekick, ich mach da gerade Verkehr, verbreite ein bisschen gute Laune und übernehme die Rolle des „Smart-Guy“. Ich bilde das Glied zwischen dem Gag-reißenden Host und der Frau, die sich eher mit den Mädchenthemen beschäftigt.

Was sind eher positive, aber auch negative Seiten an deinem Job?

Das wohl Negativste ist, dass man überhaupt keine festen Arbeitszeiten hat. Das wird zwar immer angepeilt, aber, wenn ich um fünf arbeite, wäre regulär so um zwei Schluss, komme aber erst so gegen 16 Uhr nach Hause. Du sitzt noch in irgendwelchen Meetings, dann musst du noch dies machen, dann musst du noch das machen. Was noch ein negativer Punkt ist, ist der große Konkurrenzdruck. Man will natürlich der Coolste, der Kreativste und möglichst auch der mit der besten Stimme sein. Ja, positive Dinge, es gibt so viel tolle Sachen. Wir haben zum Beispiel einen eigenen Sprachcoach, der uns weiter ausbildet. Zweimal im Monat haben wir jeweils eine Stunde Sprachtraining. Da hören wir uns die Sachen an, die wir eingesprochen haben und es gibt Verbesserungsvorschläge. Das Gute bei uns im Privatsender ist, ich werde als absoluter Allrounder ausgebildet. Ich kann schneiden, die Redaktion übernehmen, Produktion machen, ich mache so ziemlich alles. 

Hast Du vielleicht ein paar Tipps zur Jobsuche für zukünftige Absolventen?

Ich habe mir während der Ausbildung schon ganz viele, kleine Jobs gesucht. Ich habe jetzt nicht bei Kaisers gearbeitet, sondern manchmal an dem Bord, wo Jobs und Stellenausschreibungen sind, geguckt und damals dahingeschrieben und gefragt, ob sie jemanden brauchen, der tough ist. Du musst dich halt ein bisschen kümmern. Wenn du das dann aber gemacht hast, hast du schon echt gewonnen.

Was sind denn abschließend noch Deine Pläne für die Zukunft?

Momentan ist der Plan, das Jahr noch durchzuziehen. Ich mache das noch bis Dezember diesen Jahres, dann läuft mein Volontariat aus. Sie haben mir jetzt schon in Aussicht gestellt, dass ich wahrscheinlich bleiben kann. An sich schon mal ganz cool. Letztendlich möchte ich aber doch immer wieder ins Fernsehen kommen. Ich würde später noch einmal gerne nach Berlin zurückkommen. Ich finde es da Job-mäßig ganz cool und es gibt wahnsinnig viele Sachen zu tun. 

 

(Das Interview ist etwas gekürzt worden. Die vollständige Version findet ihr auch in unserem Alumni-Magazin)

 


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