Mahler in Spandau

Eine Idee der Studierenden aus dem Studiengang Film und Fernsehen der DEKRA | Hochschule für Medien führte am vergangenen Samstagabend zu einem beeindruckenden Konzerterlebnis.

Die Idee der Studierenden der DEKRA | Hochschule für Medien, eine Aufführung der 5. Sinfonie von Gustav Mahler audio- visuell und interdisziplinär zu begleiten, führte am vergangenen Samstagabend zu einem beeindruckenden Konzerterlebnis in den Spandauer CCC- Filmstudios.

Die Idee der Studierenden der DEKRA | Hochschule für Medien, eine Aufführung der 5. Sinfonie von Gustav Mahler audio- visuell und interdisziplinär zu begleiten, führte am vergangenen Samstagabend zu einem beeindruckenden Konzerterlebnis in den Spandauer CCC- Filmstudios.

Nach neunmonatiger Vorbereitung realisierten die Studierenden ihr Projekt in HD und mit digitaler Mehrspuraudioaufzeichnung. Angeregt von der Regiestudentin Marleen Hundt, entstand eine Kooperation mit dem Verein Klassik in Spandau e.V. und dem Jungen Ensemble Berlin mit der DEKRA | Hochschule für Medien.

Das Ergebnis: eine künstlerisch überzeugende Konzeption zur Aufzeichnung und für Videoprojektionen bei der Aufführung der 5. Sinfonie von Gustav Mahler, jener Sinfonie die durch Luchino Viscontis Meisterwerk "Der Tod in Venedig" in die Filmgeschichte einging. So drehten die Studierenden des Studienganges Journalismus ein Portrait des Orchesters und seines Dirigenten Michael Riedel.

Die Kamerastudent/-innen des Studienganges Fernsehen und Film zeigten sich nicht nur für die Kameraarbeit bei der Projektion des Konzerts verantwortlich, sondern drehten und montierten für jeden Satz der Sinfonie Videosequenzen, die sich mit Gustav Mahlers Intentionen zu Natur und Industrialisierung, Ruhe und Hektik, Dunkelheit und Licht auseinandersetzen. Die Audiostudent/-innen bereiteten die Mikrofonierung des Sinfonieorchesters für den Tonmitschnitt vor und die Studierenden der Seminargruppe Regie bewegten sich im Spannungsfeld zwischen kreativer optischer Umsetzung und den künstlerisch-technischen Anforderungen einer Konzertaufzeichnung.

Endlich: Einbau, Einleuchten, Einrichten. Der Aufnahmeleiter, Produktionsstudent Franz Lischke, hat alle Hände voll zu tun, 22 Studierende, 4 Dozent/-innen, 108 Musiker/-innen, 1 Dirigent, 7 Kameras, 52 Scheinwerfer, 18 Mikrofone, 2,5 km Kabel, 1 HD- Bildmischpult, die digitale Tonregie, 1 Beamer, den Aufbau des Lichts, des Riggs und der PA zu koordinieren, bis alles bereit zum Proben der Abläufe ist.

Einen Tag später, der mit Spannung erwartete Moment, 500 Besucher/-innen haben im Filmatelier Platz genommen, ein einmaliges Gefühl sorgt für Gänsehaut: hier, wo sich früher "Winnetou" im Saloon prügelte, der "Hexer" seine Intrigen spann und bis vor kurzem "Wolff's Revier" lag, schreiben nun die Studierenden der DEKRA | Hochschule für Medien Videogeschichte. Denn die Sinfonie, erfährt an diesem Abend durch ihre künstlerischen Ideen eine neue audio-visuelle Qualität.

Letzte Regieanweisungen: Kamera 1 auf den Trompeter, die 2 auf die Trommel, die 5 auf den Dirigenten. Stille im Saal, höchste Konzentration vor und hinter den Kameras. Achtung für Aufzeichnung und Projektion! Michael Riedel hebt den Taktstock und im Kameraring ertönt der erlösende Satz durch die Regisseurin: Achtung die 5, dann die 1, Schnitt, ab und Go!

Trompetensignal, Trommelwirbel. Tusch von den Becken. Aufzeichnung und Projektion laufen. Einfach Adrenalin pur! 2 Stunden später: hochrote Gesichter, Schweiß auf der Stirn aber ein unbeschreibliches gutes Gefühl: geschafft, die Herausforderung ohne Fehl und Tadel bestanden. Der lange Applaus des Publikums ist der beste Lohn für die Mühen der letzten Wochen.   


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