Ilker Catak

Ein Laptop und ein Handy. Der Arbeitsplatz hingegen ändert sich nahezu täglich. Der Filmemacher Ilker Catak realisierte schon während seines Studiums diverse Kurzfilme. Besonders sein Film „Sadakat“ sticht heraus. Mit diesem Film gewann er den Kurzfilmwettbewerb des Max-Öphuls-Festivals. Zusätzlich folgte die Nominierung und die Auszeichnung für den Student-Academy-Award. Was der Filmemacher selbst zu seinen Erfolgen sagt und wie seine Familie darüber denkt, hat Ilker uns in einem Telefongespräch erzählt, während er im Zug für ein Projekt nach München pendelte.

Schon während seines Studiums an der DEKRA | Hochschule für Medien realisierte Ilker Catak diverse Kurzfilme. Besonders sein Film „Sadakat“ sticht heraus. Mit diesem Film gewann er den Kurzfilmwettbewerb des Max-Öphuls-Festivals. Zusätzlich folgte die Nominierung und die Auszeichnung für den Student-Academy-Award.

Interview von: Melanie Köppel und Vanesa Heilig

Zuerst hast Du bei verschiedenen Filmproduktionen gearbeitet, danach erst ein Studium absolviert. Wieso wolltest Du noch ein Studium anhängen?

Ich hatte mich bei diesen Produktionen beworben, weil ich für das Studium, das ich eigentlich machen wollte, praktische Erfahrung brauchte. Der Entschluss war schon vorher da, aber da ich für die Bewerbung Praktika brauchte, musste ich diese natürlich auch machen.

Aber im Endeffekt hast Du Dich dann doch für die DEKRA Hochschule entschieden, wo man keine Praktika-Erfahrung für die Bewerbung benötigt. Wie kam es denn dazu?

Ursprünglich habe ich an der Freien Universität in Berlin BWL studiert. Leider machte mir dies nach einer gewissen Zeit keinen Spaß. Also habe ich mich an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) und an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf (HFF) beworben. Beide haben mich abgelehnt, aber ich wollte unbedingt Film studieren und so bin ich an die DEKRA | Hochschule gekommen. 

Wie hat Dich das Studium an der DEKRA Hochschule beeinflusst?

Ich hatte auf jeden Fall sehr coole Kommilitonen und mit Andrew Hood auch einen super Mentor. Es läuft aber natürlich viel über Eigeninitiative, wie bei jeder anderen Hochschule auch. Aber die DEKRA | Hochschule war in erster Linie für mich der Ort, an dem ich Zugang zur Technik hatte. Ich habe einfach versucht, das Beste aus allem herauszuholen.

Also denkst Du, dass das Studium ausschlaggebend für Deinen jetzigen Erfolg war?

Das kann ich nicht sagen. Was ausschlaggebend war, ist vermutlich eine Kombination an Ereignissen. Ob das nun ein Kommilitone war, dem ich begegnet bin oder etwas, was mir im Unterricht vermittelt wurde oder ob es dann doch die Erziehung meiner Eltern war: Im Endeffekt gibt es nie Schwarz und Weiß, sondern immer eine Mischung aus Grautönen.

Apropos Eltern: Was sagt Deine Familie zu deinen Erfolgen?

Na, die freuen sich natürlich, verständlicherweise. 

Du hast schon viele große Preise gewonnen: Gibt es Dir Selbstsicherheit oder ist es ein Antrieb für noch größere Projekte?

Selbstsicherheit geben mir Preise schon. Aber in erster Linie sind sie auch Türöffner für weitere Projekte. Im Endeffekt fängst du nach jedem Projekt wieder bei Null an. Mit jedem Projekt werden die Karten neu gemischt. Aber klar, größere Projekte sind auch der Versuch, nach den Sternen zu greifen. Da will ich hin.  

Du hast dein Abitur in Istanbul gemacht. Warum bist Du danach wieder zurück nach Deutschland?

Weil ich Zivildienst machen musste. Ich war also wieder in Deutschland und habe zu studieren begonnen. Aber davor war ich acht Jahre in der Türkei. Meine Familie lebt zum Teil noch in Istanbul und Ankara.

Mit wem hättest Du einmal Lust zu arbeiten?

Die Frage kann ich nicht wirklich beantworten, da ich in meinem letzten Film mit jedem zusammenarbeiten durfte, mit dem ich wollte. Aber wenn du mich nun nach amerikanischen Stars fragst, finde ich die eher uninteressant. Deshalb muss ich dich bei dieser Frage leider etwas enttäuschen (lacht).

Also hast Du gar keine hochgesteckten Träume?

Doch schon. Aber es ist doch viel geiler, wenn man Freunde pusht und die dann zu Stars macht, als andersrum. Mir fällt jetzt doch jemand ein: mit Nina Hoss würd ich gern mal einen Film drehen.

Welchen Tipp kannst Du Studenten geben, die Dich als Vorbild haben?

Geht raus, dreht eure Filme und wartet nicht darauf, perfekte Umstände zu haben. Denn es muss nicht die beste Kamera sein, solange ihr eure Geschichte erzählen könnt. Am Anfang ist es ganz wichtig, einfach zu produzieren. Mit jedem Projekt lernst du neue Sachen. Lernst im Schnitt was funktioniert und was nicht. Das ist ein Prozess, der Zeit braucht. Im Großen und Ganzen musst du Spaß an der Sache haben und darfst dich nicht vom Ehrgeiz zerfressen lassen.

Zum Schluss ein paar Entweder-Oder-Fragen:

Frühaufsteher oder Langschläfer?
Frühaufsteher
Skifahren oder Strandurlaub?
Strandurlaub
Currywurst oder Döner?
(lacht) Döner
Partynacht oder Filmeabend?
Oh, da fragst Du aber was! Also beides!
Und wenn Du nur eines wählen kannst?
Ne, ich habe gerade beides erfunden!
Okay, also zuerst Partynacht und dann Filmeabend?
Nein, andersrum, nach der Partynacht bist du ja zerstört!
Berlin oder Hamburg?
Ich liebe Hamburg und Berlin. Das ist so, als würde ich dich fragen, welchen deiner Daumen du lieber magst!

 

 


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