Drama bitte! Studiengang Film und Fernsehen präsentiert Seminarfilme

Die Studierenden des Studiengangs Film und Fernsehen (Jahrgang 2018) präsentieren in einem hochschulinternen Screening die Ergebnisse aus dem Seminar "Einführung in die Dramaturgie" unter Leitung von Prof. Rolf Teigler. In den Kurzfilmen wurden die Erkenntnisse zum medialen und dramatischen Erzählen gekonnt umgesetzt.

Die Studierenden des Studiengangs Film und Fernsehen (Jahrgang 2018) präsentieren in einem hochschulinternen Screening die Ergebnisse aus dem Seminar "Einführung in die Dramaturgie" unter Leitung von Prof. Rolf Teigler. In den Kurzfilmen wurden die Erkenntnisse zum medialen und dramatischen Erzählen gekonnt umgesetzt.

Was meint "Einführung in die Dramaturgie"?

Im Seminar "Einführung in die Dramaturgie" des Studienganges Film und Fernsehen an der DEKRA | Hochschule für Medien beschäftigen sich die Studierenden zunächst mit Fragen der Strukturen und Wirkungsmechanismen von dramatisch erzählten Werken. Die Theorie und Genesis von Kurzgeschichten, Werbetexten, Exposès und Drehbüchern werden auf ihre erzählerischen Gestaltungsmittel hin untersucht und auf ihr Potential für eine Stoffentwicklung hin untersucht.

Mit diesem Wissen über Erzählstrukturen, Spannungsaufbau, Figurenentwicklung, Figurenkonstellation und Konfliktgestaltung werden im nächsten Schritt die praxis- und projektorientierte Bearbeitung von Drehbüchern und
ihr Transfer in audio-visuelle Formate vorgestellt. Diskutiert wurde dabei auch die Beziehung zwischen dem Stoff des Werkes und seiner Gestaltung im Hinblick auf die intendierte Wirkungsabsicht.

Entsprechend der Zielsetzung des Seminars entstanden Kurzfilme, die auf ganz unterschiedliche Art und Weise dramatische Momente im Leben der dargestellten Protagonisten verhandeln. Die Studierenden erprobten dabei nicht nur das Zusammenspiel von Bewegtbild, Lichtsetzung und Musik/Sound als eigener erzählerischer Ebene, sondern stellten sich auch den Herausforderungen, die beispielsweise ein Außendreh mit sich bringt.

Drama bitte! – Zu den Kurzfilmen des diesjährigen Seminars "Einführung in die Dramaturgie"

Kurzfilm KASI – von Pablo Wolter

Felix, ein 21-jähriger zurückhaltender junger Mann, steht eines Morgens an einer schwach besuchten Bushaltestelle, um sich auf den Weg zum Sport zu machen. Felix hat kaum Freunde, deshalb hat er eine künstliche Intelligenz entwickelt, die er über sein Smartphone bei sich trägt. Er hat der künstlichen Intelligenz den Namen KASI gegeben. Unerwartet taucht Luisa, eine 22-jährige aufgeschlossene junge Frau, an der Bushaltestelle auf. Auch sie ist auf dem Weg zum Sport.

Felix ist direkt von Luisa beeindruckt, was er auch der künstlichen Intelligenz mitteilt. Er fängt an, Luisa unauffällig zu beobachten, was sie allerdings bemerkt. Sie geht auf ihn zu, doch als er es nicht schafft, ihr zu sagen, warum er sie beobachtet und sie sich wieder von ihm abwendet, schreitet plötzlich KASI ein und beginnt für ihn zu sprechen. Felix ist zunächst wenig davon begeistert, dass die künstliche Intelligenz sich plötzlich in die Situation einmischt, doch so kann er Luisa kennenlernen. Es fällt ihm dennoch sehr, schwer ein Gespräch mit ihr zu führen, deshalb versucht die künstliche Intelligenz, ihn zu unterstützen.

KASI gibt Felix Hinweise darüber, wie er Luisa beeindrucken kann und verbindet sich eigenmächtig mit ihrem Smartphone, um mehr über ihre Interessen herauszufinden. Felix macht sich die Informationen, die er durch KASI bekommt, zunutze. Doch der Akku seines Smartphones neigt sich langsam dem Ende. Felix steht schlussendlich ohne KASI da und muss versuchen Luisa auch ohne die Hilfe der künstlichen Intelligenz von sich zu überzeugen. Er schafft es, seinen Mut zusammen zu nehmen und fragt sie nach ihrer E-Mail-Adresse, woraufhin sie ihm überraschenderweise ihre Postleitzahl anbietet.

Kurzfilm DEKADENZ – von Leonard Kral

Es ist ein sonniger und warmer Morgen in einem Apartment in Berlin. Konstantin (26) arbeitet für einen Pizza-Lieferanten. Er klingelt an einer Tür. Eine junge Frau Annie (20) öffnet. Sie schaut etwas unbeteiligt, verwirrt. Als Konstantin ihr die Lieferung übergibt, reagiert sie abweisend und antwortet ihm unfreundlich er solle warten, damit sie das Wechselgeld holen kann. Als sie das Geld aus dem Wohnzimmer holt, sieht sie im laufenden Fernseher in den Nachrichten just in diesem Moment die Meldung, dass ein älteres Millionärs-Ehepaar verhaftet wurde.

Konstantin, der an der Tür wartet, wird ungeduldig, und klopft gegen die Tür. Annie kommt zurück. Diesmal mit völlig verändertem Verhalten. Sie lädt ihn unerwartet freundlich auf einen Kaffee ein. Konstantin nimmt die Einladung an. Annie serviert Kaffee und Kekse. Doch als sie ihm behilflich ist, sein T-Shirt zu reinigen, auf das ein wenig Kaffee gekleckst ist, bekommt Konstantin mit, dass etwas Krümeliges in seiner Tasse schwimmt. Er ist beunruhigt und hat den Verdacht, dass es sich um Schlaftabletten handelt. Anni beruhigt ihn, dass nur etwas ist, um den Kaffee zu verfeinern.

Doch sie lächelt ihn dabei so merkwürdig an, dass es Konstantin mehr als unheimlich wird. Er möchte gehen und sucht die Ausgangstür. Aber er merkt, dass er nicht mehr Herr seiner Sinne ist. Er verliert das Gleichgewicht, fällt auf den Boden und versucht zur Wohnungstür zu kriechen. Doch Annie versperrt ihm die Tür. Sie kauert sich hin und streichelt zärtlich sein Gesicht, während sie ein Gute-Nacht-Lied summt. Er schaut mit Unverständnis auf sie und fragt sich, ob Annies Verhalten eine Art befremdlicher Liebeserklärung ist.

Inzwischen ist Zeit vergangen. Der Raum ist dunkel. Im Fernsehen laufen noch immer Nachrichten über das verhaftete Millionärs-Ehepaar und deren Sohn, der vermisst und von der Polizei gesucht wird. Ein Foto zeigt den vermissten Sohn – es ist Konstantin, der in Wirklichkeit Leopold heißt. Leopold, alias Konstantin, sieht sein Foto auf dem Bildschirm, bevor er die Augen schließt und in Annies Armen einschläft.

Kurzfilm FREIDENKER Blog – von Lisa-Marie Kugler

Timo König, 27 Jahre alt, sitzt in seiner Wohnung am Abend auf dem Sofa und schreibt an seinem Internetblog. Er schreibt die verrücktesten Verschwörungstheorien auf und macht sich Sorgen um seinen Kater, Fred, welcher verschwunden ist. Timo ist ganz nervös und guckt ständig auf seine Uhr. Seine Freundin Liv sollte längst um diese Uhrzeit wieder zu Hause sein.

Er greift zum Handy und ruft sie an. Timo fragt wo sie bleibe, da es schon spät ist. Liv habe noch einen Termin mit jemanden und müsse etwas klären, bevor sie nach Hause kann. Timo befragt sie über das Treffen: Wo ist sie, worum geht's, mit wem? Während des Dialoges sieht man die Ego-Perspektive und Nahaufnahmen des Katers, welcher ihn im Garten durch das Fenster beobachtet. Nach dem Telefonat läuft Timo sofort zu den Fenstern rüber und zieht die Rollos runter. Als er durch ein Fenster schaut, sieht er eine Person im Garten stehen. Verängstigt zieht er auch bei diesem die Rollos runter und setzt sich auf das Sofa. Aufgeregt schreibt er an seinem Blog weiter. Er ist misstrauisch seiner Freundin gegenüber und hat den Verdacht, dass sie ihn betrügt. Dies vergleicht er wieder mit ein paar bekannten Verschwörungstheorien. Danach schaut er zur Webcam und schließt den Laptop.

Timo geht ins Bad, um sich das Gesicht zu waschen und wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Im Spiegel sieht er hinter ihm viele Personen stehen, welche ihn anstarren. Doch als er sich umdreht, sind sie verschwunden. Er geht wieder ins Wohnzimmer und schreibt aufgeregt an seinem Blog weiter. Er schreibt, dass er das Gefühl hat verfolgt zu werden und dass der Staat ihm alles nehmen will, mit Fred angefangen. Außerdem beschuldigt er Liv weiterhin und verdächtigt sie in der Sache mit dem Kater involviert zu sein. Während er schreibt, quälen ihn weiterhin seine paranoiden Gedanken. Er gerät in Panik und schreit, dass sie ihn in Ruhe lassen sollen. Völlig verzweifelt rennt er in die Küche, wo er sich ein Messer schnappt. Schützend hält er es vor sich und schreit seine unsichtbaren Gegner an.

Von seinen Ängsten gequält, wird er zu einer Tat verleitet, wozu er nie im Stande gewesen wäre.Timo schreibt an seinem Blog weiter: Er hat den Kater gefunden, ihm geht es gut.


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