10. Dialogforum "Holocaust in Film und neuen Medien" unter Beteiligung von Prof. Dr. Marcus Stiglegger

Vom 17. bis 18. September 2018 fand in der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen bei Linz das 10. Dialogforum in Form der Tagung "Holocaust in Film und neuen Medien" statt. Dr. Marcus Stiglegger stellte in diesem Rahmen wesentliche Thesen aus seinem Buch "Auschwitz TV - Reflexionen des Holocaust in Fernsehserien" vor.

Vom 17.-18. September 2018 fand in der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen bei Linz das 10. Dialogforum in Form der Tagung "Holocaust in Film und neuen Medien" statt. Dr. Marcus Stiglegger, Prof. für Film und Fernsehen an der DEKRA | Hochschule für Medien, stellte in diesem Rahmen wesentliche Thesen aus seinem Buch "Auschwitz TV - Reflexionen des Holocaust in Fernsehserien" vor.

Prof. Marcus Stiglegger beim 10. Dialogforum in Form der Tagung "Holocaust in Film und neuen Medien", ©: Mauthausen Memorial / KZ-Gedenkstätte

Im Zentrum der Veranstaltung in der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen bei Linz stand die Auseinandersetzung mit dem Holocaust in Film und Neuen Medien. Anhand von Keynotes und Vorträgen wurden verschiedene Aspekte ausführlich erläutert und diskutiert. Zudem stellten die Filmschaffenden Romuald Karmakar, Susanne Ayoub und Ernst Gossner ihre Werke vor.

Den Einführungsvortrag am 17. September hielt der Schauspieler und Filmemacher Karl Markovics. Als Abendveranstaltung wurde der Film Murer – Anatomie eines Prozesses in Anwesenheit des Regisseurs Christian Frosch im Moviemento Programmkino in Linz gezeigt.

Dr. Marcus Stiglegger, Professor für Film und Fernsehen an der DEKRA | Hochschule für Medien,  stellte im Panel "Der Holocaust in den verschiedenen Filmgattungen" wesentliche Thesen aus seinem Buch Auschwitz TV - Reflexionen des Holocaust in Fernsehserien (Springer VS Verlag) vor.

Die Miniserie Holocaust, deren Ausstrahlung 1978 in den USA ca. 100 Millionen Zuschauer verfolgten, erreichte in West-Deutschland ein Jahr später etwa ein Publikum von 16 Millionen. Der Band leitet die Entstehung von Marvin J. Chomskys Holocaust aus der Tradition der TV-Familiensagas (z.B. Roots) her und untersucht nah am Material, welches Bild der historischen Ereignisse diese Fernsehserie und spätere Produktionen inszenieren. Zudem wird die Auswirkung der Serie bis heute verfolgt und veranschaulicht.

Es folgten Filmgespräche mit den renommierten Filmemachern Romuald Karmakar (Das Himmler-Projekt) und Christian Frosch (Murer), die beide für zukünftige Filmwerkstatt-Gespräche an der DEKRA | Hochschule für Medien gewonnen werden konnten.

Der Berliner Filmemacher Michal Kosakowski (German Angst) führte mit Prof. Stiglegger am Dienstag noch ein zweistündiges Interview vor Ort für seinen Essayfilm Dark Tourism, der 2019 fertiggestellt werden soll.

Programmauszug der Tagung vom 17. September 2018:

Keynote:
Ulrike Weckel: Alliierte Dokumentarfilme über befreite Konzentrationslager

Panel 1: Der Holocaust in den verschiedenen Filmgattungen
Martina Thiele – Erinnern vor und nach Schindlers Liste
Marcus Stiglegger – Holocaust in Fernsehserien
Kay Hoffmann – Dokumentarfilme über den Holocaust

Panel 2: Holocaustfilme im internationalen Vergleich
Barbara Wurm – Der Holocaust im osteuropäischen Film
Stefanie Mathilde Frank – NS-Verbrechen in Spielfilmen der BRD und DDR der Nachkriegszeit
Christian Cargnelli – Hollywood & Holocaust am Beispiel von „None shall escape“

Gespräch mit Filmemacher/-innen:
Romuald Karmakar, Susanne Ayoub und Ernst Gossner
Die Gespräche führten: Christoph Huber, Magdalena Miedl und Christian Dürr

Filmvorführung:
„Murer – Anatomie eines Prozesses“  Moviemento - Programmkino Linz 

Programmauszug der Tagung vom 18. September 2018:

Keynote: 
Wulf Kansteiner: Digitale Holocaustdiskurse

Präsentation:
Karen Jungblut: Zeitzeugen als Hologramme? – Ein Projekt zur Umsetzung von interaktiven Zeitzeugengesprächen

Panel 3:  Computerspiele und soziale Netzwerke
Eugen Pfister – Der Holocaust in digitalen Spielen
Jörg Friedrich – „Through the Darkest of Times“: Widerstand gegen den Nationalsozialismus als Computerspiel
Eva Pfanzelter – Der Holocaust in sozialen Netzwerken

Panel 4: Digitales Gedenken
Verena Nägel – Zeugenschaft im digitalen Zeitalter
Robert Vorberg – Mauthausen Memorial: Neue Formen des digitalen Gedenkens
Christa Bauer – So geht Geschichtsvermittlung 2018: Mit der App durch ehemalige Außenlager des KZ Mauthausen
Jan Schenck – "Verbrannte Orte": Ein Onlineatlas zu den NS-Bücherverbrennungen von 1933


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