Besuch in der Berliner Zentralredaktion und bei FUNKE Digital

Prof. Dr. Michael Beuthner besuchte mit Journalismus-Studierenden die Zentralredaktion der FUNKE Mediengruppe. Nach der Teilnahme an der Redaktionskonferenz nahmen sich Chefredakteur Jörg Quoos und Steffi Dobmeier, CvD der Online-Zentralredaktion, Zeit für Gespräche. Im Anschluss gaben Katharina Nickel aus der Online Redaktion von futurezone.de, dem Tech-News-Portal von FUNKE, und Laura Biljan, Expert Recruiterin, zu Innovationen in der Medienbranche Auskunft.

Prof. Dr. Michael Beuthner besuchte mit Journalismus-Studierenden der DEKRA | Hochschule für Medien die Zentralredaktion der FUNKE Mediengruppe. Chefredakteur Jörg Quoos und Steffi Dobmeier, CvD der Online-Zentralredaktion nahmen sich Zeit für Gespräche. Im Anschluss gaben Katharina Nickel aus der Online Redaktion von futurezone.de, dem Tech-News-Portal von FUNKE und Laura Biljan, Expert Recruiterin, zu Innovationen in der Medienbranche Auskunft.

Die Studierenden des Studiengangs Journalismus und PR der DEKRA | Hochschule für Medien besuchten die Redaktionsräume der FUNKE Mediengruppe in Berlin. In den Segmenten Regionalmedien sowie Frauen- und Programmzeitschriften gehört FUNKE zu den größten Playern am Markt. Teil des Portfolios sind unter anderem die Tageszeitungen Berliner Morgenpost, Hamburger Abendblatt oder Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Die Zentralredaktion hat im September 2015 ihre Arbeit aufgenommen und beliefert alle 12 Regionalmedien der Gruppe mit überregionalen Inhalten, Print und Digital. Rund 70 MitarbeiterInnen arbeiten hier unter Chefredakteur Jörg Quoos.

FUNKE Digital ist das digitale Startup der Gruppe und treibt die Weiterentwicklung der Verlagsbranche mit an. Die konsequente Überführung des Kerngeschäfts in die digitale Welt und der Aufbau neuer Geschäftsfelder über Produktkonzeptionierung, Data Analytics, Sales und Softwareentwicklung stehen hier an erster Stelle.

Funke Media – Ein Modell für die Zukunft?

„Die Frage, wie man auch in Zukunft mit Journalismus Geld verdienen kann, wird für unsere Branche überlebenswichtig sein“, davon ist Jörg Quoos, Chefredakteur der Funke Zentralredaktion, überzeugt. Funke ging aus der ehemaligen WAZ-Mediengruppe hervor und umfasst heute neben der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung auch andere renommierte Lokalmedien, etwa die Berliner Morgenpost oder das Hamburger Abendblatt.

Dass nun alle überregionalen Nachrichten von hier kommen, ist für Quoos ein entscheidender Vorteil. In den letzten drei Jahren sei es durch die Bündelung von Ressourcen gelungen, zur meistzitierten Regionalzeitungsgruppe in Deutschland aufzusteigen. Nicht zuletzt sei es nun einfacher an gefragte Interviewpartner, etwa Bundespräsident Steinmeier oder Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, zu kommen und mit überregionalen Zeitungen in Konkurrenz zu treten. „Solche Gesprächspartner kann nicht jeder generieren“, so Quoos.

Die gedruckte Auflage geht jedoch bei Funke wie auch bei anderen Zeitungsverlagen seit Jahren teils massiv zurück, im Ruhrgebiet und in Thüringen seit 1998 um mehr als die Hälfte. Wie kann ein Medienkonzern auf einen solchen Abwärtstrend reagieren? Laut Jörg Quoos zunächst durch eine Änderung des digitalen Geschäftsmodells: „Es war ein großer Fehler, zunächst alles kostenlos anzubieten. Es hätte schon vom ersten Tag an Geld verlangt werden müssen.“ Er ist sich aber nicht sicher, ob alle Inhalte hinter einer Paywall verschwinden sollten, wie dies bei einigen US-Zeitungen der Fall ist: „Die Amerikaner sind da einfach zahlbereiter.“

Trotz der Sorgen um die wirtschaftliche Zukunft des Journalismus spricht sich Quoos für eine strikte Trennung von Redaktion und kaufmännischem Bereich aus. Es gäbe bei Funke eine „strikte Trennung“ zwischen Journalisten und Anzeigenbereich, eine Grundhaltung, die auch von der Geschäftsleitung und den Eigentümern unterstützt werde. Auch würden nahezu alle beruflichen Reisen von den Redakteuren selbst bezahlt. Für die Zukunft wünscht sich Quoos, dass Journalisten einen kritischen aber respektvollen Umgang mit der Politik pflegen und ihre Leser ernst nehmen. In der Vergangenheit sei man zu oft bevormundend aufgetreten.

von Kai Gies


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