Ansichtssache – Kaleidoskopische Fotografie herausragender Architektur in Berlin

Prof. Dr. Michael Beuthner realisiert mit Studierenden das Konzept der „kaleidoskopischen Fotografie“. Die entstandenen Werke sind jetzt in der DEKRA | Hochschule für Medien ausgestellt.

Prof. Dr. Michael Beuthner, realisiert mit Studierenden aus den Studiengängen Kommunikationsmanagement und Journalismus das Konzept der „kaleidoskopischen Fotografie“. Die entstandenen Werke sind jetzt in der DEKRA | Hochschule für Medien ausgestellt.

Mehr als die Summe seiner Teile – das Konzept der „kaleidoskopischen Fotografie“

Noch in der alten Zeitrechnung der Vor-Corona-Zeit hat Prof. Dr. Michael Beuthner, Professor und Studiengangsleiter im Studiengang Journalismus und PR, zusammen mit Studierenden der Studiengänge Journalismus und PR (Jahrgang 2019) und dem Studiengang Kommunikationsmanagement (Spezialisierung Mediendesign Jahrgang 2019) das Konzept der „kaleidoskopischen Fotografie“ entwickelt und exemplarisch umgesetzt. In den jeweiligen Modulen „Fotografie“ haben die Studierenden zur übergreifenden Idee „großartige Kleinigkeiten“ interessante Motive gesucht, gefunden und fotografisch umgesetzt. Die entstandenen Werke sind jetzt in der DEKRA | Hochschule für Medien ausgestellt.

Ein Ausgangspunkt beim Brainstorming der Studierenden war ein antikes Spielzeug, dass möglicherweise jeder aus seiner Kindheit kennt: das Kaleidoskop. Obwohl die alten Griechen das Funktionsprinzip bildlicher Betrachtung schon kannten, hat der schottische Physiker David Brewster erst 1817 ein Patent darauf angemeldet. Ein Kaleidoskop ist ein wenige Zentimeter langes Rohr, an dessen einem Ende sich innen zwischen zwei Glasplatten locker eingelegte, kleine, farbige Teilchen befinden, in den Angängen meist aus Glas. Das andere Ende hat lediglich ein rundes „Fenster zum Durchsehen. An den inneren Längsseiten sind drei bis vier Spiegel-Streifen angebracht. Darin spiegeln sich die farbigen Teilchen mehrfach, so das symmetrisch-farbiges Muster entsteht, die sich beim Drehen des Rohres verändern und immer neue „Mosaike“ ergeben.

Perspektivwechsel eröffnet einen neuen Blick auf die Dinge

Das man von einem Gegenstand aus mehreren Perspektiven und mit dem Wechsel der Brennweite mal Details, mal das Ganze, mal von innen, mal von außen fotografieren kann, ist klar. Das kaleidoskopische Mosaik entsteht aber hier im Speziellen dadurch, dass mehrere Studierende unabhängig voneinander zunächst genau das tun, und zwar im quadratischen Instagram-Format. Alle so entstandenen Bilder wurden dann auf feste Pape aufgeklebt und alle gemeinsam als Mosaikteilchen auf den Tisch gelegt. Nun wurden sie so miteinander kombiniert, dass bestimmte Linien, Formen, Farben etc. sich in den jeweils anliegenden Mosaikteilchen fortsetzen, unabhängig von der Brennweite, oder der richtigen Ausrichtung der Einzelbilder. So entstanden aus 40 bis 80 Teilen, die sehr unterschiedliche Ansichten zeigen, symmetrisch-ästhetische Kompositionen, die einen neuen Blick auf die Dinge ermöglichen.

Thematisch ging es dabei um moderne, stilprägende und faszinierende Architektur in Berlin. Die Studierenden suchten sich in kleinen Teams (drei bis fünf) insgesamt vier „Motive“ aus, um sie entsprechen fotografisch abzubilden und zu präsentieren. In den Fokus rückten das neue, imposante Eingangsgebäude der Museumsinsel, die „James-Simon-Galerie“ des Architekten David Chipperfield. Auch der berühmte und stilprägende Daniel-Libeskind-Neubaukomplex des „Jüdischen Museums“ von 1999 und das „Haus der Kulturen der Welt“ des Bauhaus-Architekten Hugh Stubbins, das als Beitrag der USA zu einer internationalen Bauausstellung 1957 entstanden ist und als Geschenk an die Stadt Berlin übergeben wurde, sind dort zu sehen. Und schließlich das erst 2019 eröffnete „Futurium“, das nach dem Entwurf der Berliner Architekten Richter und Musikowski in Zusammenarbeit mit JUCA Landschaftsarchitektur erbaut wurde. 

Weitere Arbeiten sind noch in Vorbereitung zur Ausstellung. Hierbei beschäftigten sich zwei Teams mit der direkten und näheren Umgebung der DEKRA | Hochschule für Medien. Bald wird also noch ein Mosaik mit zahlreichen Details und „Blicken“ zu sehen sein, die auf dem Weg zu Hochschule neu zu entdecken oder zu finden sind.

Ein großer Dank geht an alle beteiligten Studierenden. Viel Spaß beim Anschauen! 

von Prof. Dr. Michael Beuthner

Kaleidoskopische Mosaike


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