Der Spielfilm "A Thought of Ecstasy" von Prof. RP Kahl feiert seine TV-Erstausstrahlung bei 3sat

Der aktuelle Kinofilm "A Thought of Ecstasy" von Prof. RP Kahl (Studiengang Schauspiel und Inszenierung) hat seine TV-Erstausstrahlung am 10. Januar 2019 auf 3sat.

Der aktuelle Kinofilm "A Thought of Ecstasy" von Prof. RP Kahl (Studiengang Film als szenische Kunst) hat seine TV-Erstausstrahlung am 10. Januar 2019 innerhalb Filmreihe "Amour Fou" auf 3sat. Hier: Filmstill aus dem Trailer

In der renommierten Filmreihe "Amour Fou" auf 3sat werden innerhalb einer Woche fünf internationale Kinofilme gezeigt, die sich mit den Themen Liebe, Beziehung und Körperlichkeit auseinandersetzen. Neben dem Film "A Thought of Ecstasy" von Prof. RP Kahl, der an der DEKRA | Hochschule für Medien in den Studiengängen "Schauspiel und Inszenierung" sowie "Film und Fernsehen" lehrt, werden u.a. Jane Campions "In the Cut" und Maiwenns "Mon Roi" mit Vincent Cassel gezeigt. Zur TV-Erstaufführung gab RP Kahl der Redaktion von 3sat ein ausführliches Interview.

Der Film "A Thought of Ecstasy" hatte seine erfolgreiche Uraufführung beim Filmfest München 2018 und feierte die internationale Premiere im offiziellen Wettbewerb des als A-Festival kategorisierten Tallinn Black Nights Film Festival. Der Kinostart war im Januar 2019. Der Film wurde bisher in mehrere Länder verkauft, u.a. für einen Kinostart in Japan an den Verleih Klockworx.

RP Kahl drehte den Film mit einem internationalen Cast in Los Angeles und in der Wüste Kaliforniens. Bereits im Jahr 2013 war Kahl mehrere Monate zu einem Arbeitsaufenthalt in den USA, als er ein Aufenthaltsstipendium in der Villa Aurora Los Angeles hatte.

Prof. RP Kahl ist Professor für Film an der DEKRA | Hochschule für Medien Berlin und entwickelte aktuell den Studiengang "Schauspiel und Inszenierung", der die Performance vor und hinter der Kamera, sowie das Nachdenken über und mit Film in den Mittelpunkt des Studiums stellt.

"A Thought of Ecstasy" – Inhalt:

Eine Reise durch ein Amerika des Jahres 2019. Ein Mann auf der Suche nach einer verlorenen Liebe. Eine Frau verloren in der Sehnsucht nach Vergeltung. Inspiriert von George Bataille und Jean Baudrillard, schickt Regisseur RP Kahl seinen Protagonisten zu den sphärischen Klängen und Beats der Berliner Electro-Acts Moderat und Gajek auf einen Neo-Noir-Trip in eine sonnendurchflutete Welt aus Verführung und Todessehnsucht.

Frank erkennt in einem Buch seine eigene 20 Jahre zurückliegende Geschichte wieder. Es sind die Erinnerungen von Marie, mit der er in Deutschland eine Beziehung hatte, bevor sie nach Amerika verschwand. Er folgt ihrer Spur. Sie wird zu seiner Obsession. Als ein Job ihn nach Los Angeles bringt, gerät er in den Sog seiner Erinnerungen und kappt alle Verbindungen zu seinem bürgerlichen Leben. Die Suche nach seiner verlorenen Liebe bringt ihn in ein Land, das unter einer erdrückenden Hitzewelle erstarrt und sich im Misstrauen und politischer Paranoia verliert.

Der Versuch, mit Marie in Kontakt zu treten, scheitert an der geheimnisvollen Literaturagentin Liz Archer, die Maries Existenz ebenso wie Franks Behauptung, selbst eine Figur in diesem Roman zu sein, verleugnet. Dennoch begibt sich Frank auf eine Reise in die Wüste, um Maries Leben auf der Landkarte ihres Tagebuchs zu verfolgen. Seine Begegnung mit Nina, die ihn auf seltsame Weise in den Bann zieht, scheint die Worte des Buches vor seinen Augen zu materialisieren. Oder wird Frank zu einer Figur in einer anderen, neuen Geschichte, die er längst nicht mehr selbst steuert?

Als Marie wie ein Trugbild aus seiner Erinnerung in diese neue Geschichte tritt, verliert er vollends den Boden unter den Füßen. Nur Liz Archer wird ihm die Antworten auf seine Fragen geben können. Wie aus einem Film noir entsprungen begegnet sie ihm, und wie die starken Frauen in diesem Genre hält sie die Fäden in der Hand. Ein Racheengel, der genau wie Frank den Weg mit mehr Leidenschaft verfolgt als das Ziel. Frank weiß nun, wohin ihn seine Reise führen wird. Nichts als der eigene Wunsch am Verschwinden treibt ihn: So wie Sehnsucht eine neue Realität schafft, kann auch Wahn die Wirklichkeit verändern. Und ein Kuss ist der Anfang von Kannibalismus an diesem heißesten Tag aller Zeiten, dem 13. August 2019.

RP Kahl hat in seinem Spielfilm "A Thought of Ecstasy" eine Reise durch ein Amerika der nahen Zukunft inszeniert, das voller Bilder und Assoziationen steckt. Das Kalifornien der Trump-Ära, das sein Protagonist Frank durchstreift, ist moralisch verödet. Ein Kino der Weite, in dem die Hauptfigur Frank nur ein Statist in der ultimativen "Fiktion Amerika" ist und die Landschaft die Kulisse seiner Vorstellung. Ein Kino, in der Zeit keine Rolle zu spielen scheint. Ein Gedanke kann die Ewigkeit bedeuten.

Das Konzept der Reise heißt "Nicht ankommen". Fahren als Wachtrauma, die Katastrophe als Lustform. Ganz im Sinne von George Bataille und seinem lustvoll verzweifelten "Verschwende Dein Leben" als finale Manifestation des Seins verschwimmen für Frank Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf fatale Weise.

A Thought of Ecstasy 

  • Spielfilm von RP Kahl
  • Sendetermin: Do, 10. Januar 2019, 22.45 Uhr, 3sat (Erstausstrahlung), sowie 7 Tage in der Mediathek
  • Buch und Produktion: RP Kahl & Torsten Neumann mit: Deborah Kara Unger, RP Kahl, Ava Verne, Lena Morris
  • Produktion: Studio RPK in Koproduktion mit Independent Partners Film Oldenburg
  • Förderung: BKM - Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien; nordmedia - Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH 

 

Auswahl an Kritiken

"RP Kahls fabelhafter Film 'A Thought Of Ecstasy': Amerika ist hier - eine Simulation aus Mythen und Spektakel, in der das Ich als Spiegelung der Gesellschaft wirkt, in der man nur ist, wenn man so ist, wie alle sagen, dass man ist… Ein sehr sinnlicher Film, auch ein bisschen wahnsinnig und in jedem Fall eine großartige Kinoerfahrung." ROLLING STONE 

"Die Wüstenbilder haben eine todessehnsüchtige Schönheit. Untermalt von treibenden elektronischen Klängen und einer weiblichen Erzählstimme entfalten sie einen surrealen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann."  SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 

"Ein höchst reizvolles Werk voller gewagter Referenzen zwischen Filmzitaten und philosophischen Bezügen... Filmische Referenzen von Antonioni bis Wilder: Franks Reise wird von eindrucksvoll fotografierten Bildern (Kamera: Markus Hirner) einer erhabenen, zumeist menschenleeren Natur unterfüttert, die allerdings einen wahren Referenz-Dynamo heiß laufen lässt – von Antonionis 'Zabriskie Point' über Werner Herzogs 'Fata Morgana', Wim Wenders’ 'Paris, Texas' und James Camerons 'Terminator 2' bis zu Bruno Dumonts 'Twentynine Palms'. Nicht zu vergessen und gleichsam übergeordnet: Alfred Hitchcocks 'Vertigo' und schließlich – vom Schluss her gedacht – auch noch Billy Wilders 'Sunset Boulevard'... Ziemlich spannend!" FILMDIENST 

"Frank (RP Kahl) in 'A Thought of Ecstasy' ist ein Reisender, der zum Suchenden wird. Und er ist ein Mensch der Zukunft. Im Jahr 2019 - dem Jahr von Blade Runner, jenem anderen philosophischen Essay über die Conditio humana... Der Film funktioniert über weite Strecken als Reisefilm. Er steht damit in der amerikanischen Tradition des Roadmovies, womit er zwei weiteren Filmen nahesteht: Michelangelo Antonionis 'Zabriskie Point' (1969) und Bruno Dumonts 'Twentynine Palms' (2003)... 'A Thought of Ecstasy' ist ein irritierender, ebenso langsamer wie intensiver Film... der ungewöhnlichste deutsche Film des Jahres." DEADLINE

"RP Kahl schreibt in 'A Thought of Ecstasy' auf konsequente Art ein im deutschen Kino einmaliges autorenfilmerisches Projekt fort... Unter den Filmemacher*innen des deutschen Gegenwartskinos ist RP Kahl vielleicht der obsessivste... Kahl verfügt über eine, ob man sie nun schätzt oder ablehnt, im deutschen Kino ganz einmalige Handschrift, und in der Inszenierung von 'A Thought of Ecstasy' hat er nicht einen einzigen erkennbaren Kompromiss gemacht. Dies hier ist durch und durch sein eigener Film, sein eigener Traum - ein böser, ein Fiebertraum, vom Kino, von der Stadt und von der Wüste." PERLENTAUCHER.DE

"RP Kahl drehte mit 'A Thought of Ecstasy' einen Erotik-Wüsten-Thriller, in bester Noir- und Pulp-Tradition. Ein sonnendurchfluteter Film voll subtiler und manifester Gewalt. Um die Ecke gucken Nicolas Roeg und David Lynch. 'A Thought of Ecstasy': das hat auch Anklänge an Werner Herzogs Idee von der 'ekstatischen Wahrheit', die hinter der Realität liegt, in dem, was ein Film mit seinen Bildern, seinen Tönen, seinen Geschichten herauskitzeln kann. Aphorismen, coole Formulierungen, lakonische Dialoge prägen den Film, und eine Story, die verschlungen ist, die ihre Protagonisten verschlingt, die den Zuschauer umschlingt: Eine Story, die hanebüchen ist, wie jede Noir-Story, die sexy, voller Verführung und voller Tod ist... Auf jeden Fall eine faszinierende Erfahrung." KINO-ZEIT

"Ein Erotikthriller auf den Spuren von Lynch und Wenders. Der Cast ist ein Mix aus Stars wie Deborah Kara Unger, die schon bei David Cronenberg gespielt hat, und Buddy Giovinazzo sowie Newcomerinnen wie Ava Verne und Lena Morris." BERLINER ZEITUNG 


zurück zur Übersicht