Studierende beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

Das Bundesinstitut für Risikobewertung tägt maßgeblich dazu bei, dass Lebensmittel, Stoffe und Produkte sicherer werden. Journalismus-Studierende sprachen mit Dr. Hartmut Wewetzer, Sprecher des Bundesinstituts für Risikobewertung über Aufgaben und Herausforderungen in der Risikokommunikation.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung tägt maßgeblich dazu bei, dass Lebensmittel, Stoffe und Produkte sicherer werden. Journalismus-Studierende sprachen mit Dr. Hartmut Wewetzer, Sprecher des Bundesinstituts für Risikobewertung über Aufgaben und Herausforderungen in der Risikokommunikation.

Mit seiner Arbeit trägt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) maßgeblich dazu bei, dass Lebensmittel, Stoffe und Produkte sicherer werden und hilft somit, die Gesundheit der Verbraucher zu schützen. Das Institut hat dabei keine Überwachungsfunktion. Es ist aber in eine Reihe von Anmelde- und Zulassungsverfahren eingebunden. Damit die Bewertungen unbeeinflusst von politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Interessen erfolgen können, ist das Institut nach Maßgabe des Gründungsgesetzes bei seinen Bewertungen unabhängig.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung wurde als rechtsfähige Bundesbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gegründet. Seine Aufgaben ergeben sich unter anderem aus dem BfR-Gründungsgesetz, das im Zuge der Neuorganisation des gesundheitlichen Verbraucherschutzes und der Lebensmittelsicherheit in Deutschland erlassen wurde. Zudem hat der Gesetzgeber die Arbeit des Instituts in mehr als zehn weiteren Gesetzen - u.a. dem Pflanzenschutzgesetz, dem Gentechnikgesetz, dem Lebens- und Futtermittelgesetzbuch sowie dem Chemikalienrecht - festgeschrieben.

Transparente Bewertung von Risiken für Wissenschaft und Endverbraucher

Gesundheitsgefährdende Inhalts- oder Zusatzstoffe, Rückstände und Kontaminanten erzeugen zunächst Unsicherheiten beim Verbraucher. Das Bundesinstitut für Risikobewertung bewertet solche Dinge und erstellt Gutachten zu Fragen der Sicherheit bzw. der Gefährdung. Dabei hat es den gesetzlichen Auftrag über mögliche, identifizierte und bewertete Risiken zu informieren, die Lebensmittel, Stoffe und Produkte für den Verbraucher bergen können.

Der gesamte Bewertungsprozess soll für alle Bürger transparent dargestellt werden. Die Arbeit zeichnet sich dabei durch einen wissenschaftlichen, forschungsgestützten Ansatz aus. Auf die gesundheitlichen Bewertungen und Handlungsoptionen des Instituts können die für das Risikomanagement verantwortlichen Behörden zugreifen. Die Arbeitsergebnisse und Empfehlungen des BfR dienen allen interessierten Kreisen als wichtige Entscheidungshilfe für Maßnahmen. Durch eine umfassende, vollständige und nachvollziehbare Risikokommunikation macht das BfR Wissenschaft aber auch für den Endverbraucher sicht- und nutzbar.

Infos  aus erster Hand: Der Sprecher des Bundesinstituts für Risikobewertung informiert

Dr. Hartmut Wewetzer, Sprecher des Bundesinstituts für Risikobewertung, studierte zunächst Medizin in Berlin und schrieb eine Dissertation über Herzinfarkte. Später leitete er von 1995 bis 2017 das Wissenschaftsressort der Zeitung Der Tagesspiegel. Seine Berufserfahrungen als Journalist helfen ihm heute bei seiner Arbeit als Pressesprecher des BfR, betont Wewetzer gegenüber den Studierenden der DEKRA | Hochschule.

Die komplexe Organisationskommunikation innerhalb des Institutes sei durch zahlreiche Abstimmungsprozesse und der absoluten Notwendigkeit der Präzision geprägt. Alle Daten und Informationen, die man rausgebe, müssen gesichert und valide sein. Manchmal würde das mit Blick auf drängende Anfragen der Journalisten und der Bürger zu lange dauern. Im Krisenfall gebe es zusätzlich Handbücher sowie die Einrichtung eines Krisenstabs.

Es sei einer der Grundsätze des Instituts, dass die Wissenschaftler Medienanfragen beantworteten. Die Pressestelle vermittle meist nur. In der Kommunikation käme es dann auf eine gelungene „Übersetzungsleistung“ an, denn Experten haben nicht selten ihre eigenen, für Laien eher schwer verständlichen „Sprachen“. Journalisten und Bürger würden zudem oft Schwierigkeiten haben, Informationen über Risiken richtig zu bewerten und einzuordnen. Der bekannte Spruch, dass die Dosis das Gift ausmache, sei hier entscheidend. Darüber hinaus seien die Verbreitungs- und Übertragungswege von gesundheitsgefährdenden Stoffen sehr unterschiedlich etc.

In den Sozialen Medien kämen zunehmend Falschmeldungen und Gerüchte hinzu. Daher biete das Bundesinstitut für Risikobewertung rasche Hilfen zur Einordnung, habe unter einer Online-Rubrik „Nachgefragt“  FAQs und Verlinkungen zu Datenbanken eingerichtet, biete Erklärungen u.v.m. an. Proaktiv fragt das Bundesinstitut für Risikobewertung diesbezüglich auch regelmäßig Verbraucherängste ab. Pestizide und Gentechnik, so Wewetzer seien da im Ranking stets weit oben, weniger Ängste hätten Verbraucher vor Lebensmittelinfektionen.


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