Professor Dr. Marcus Stiglegger auf Filmtagung in Potsdam

Film- und Fernsehen Professor Dr. Marcus Stiglegger besuchte am 09. und 10.11.2018 als Vortragender die Tagung „Du hast keine Chance, aber nutze sie“ - Das multimediale Werk von Herbert Achternbusch im Filmmuseum Potsdam.

Film- und Fernsehen Professor Dr. Marcus Stiglegger besuchte am 09. und 10.11.2018 als Vortragender die Tagung „Du hast keine Chance, aber nutze sie“ - Das multimediale Werk von Herbert Achternbusch im Filmmuseum Potsdam

Film- und Fernsehen Professor Dr. Marcus Stiglegger diskutierte die Kontroverse um Achternbuschs Film "Das Gespenst".

Es handelt sich um die erste internationale und interdisziplinäre Tagung, die ausschließlich dem multimedialen Gesamtwerk von Herbert Achternbusch gewidmet ist, der am 23. November 2018 seinen achtzigsten Geburtstag begeht. Als Maler, Autor von Romanen, Theaterstücken, Bildergeschichten, Kinderbüchern und von 29 Spielfilmen zwischen 1974 und 2002 gehört Herbert Achternbusch seit den 1970er Jahren zu den produktivsten Schriftstellern und Filmemachern der Gegenwart, dessen vermeintlich blasphemischer Film "Das Gespenst" (1982) einen Skandal ausgelöst und große Bekanntheit erlangt hat.

Seit 1984 schuf Achternbusch außerdem eine Vielzahl von Collagen, Aquarellen und Gouachen, die sowohl in seinen Filmen als auch in seinen erzählenden Text-und Bilder-Büchern auftauchen. Die Tagung geht den engen Beziehungen zwischen Achternbuschs Film-, Theater-, Bild- und Buch-Produktion nach, die ein multimediales 'Gesamtkunstwerk' bilden, das mit einer radikalen Reduktion der Ausdrucksmittel experimentiert und sich sowohl narrativer als auch bildlicher, z.T. grotesker und surrealer und gewollt 'primitiver' Verfahren bedient. Es reflektiert Prozesse des Identitäts- und Sprachverlustes und individueller und gesellschaftlicher Entfremdung ebenso wie die Möglichkeiten künstlerischer Revolten und metaphysischer Gegenentwürfe. Hassliebe zum katholischen Süden und rücksichtsloser Grobianismus in Gesellschafts- und Medienkritik verbünden sich mit sensibel zarter Poesie - später auch mit Zen-buddhistischer Meditation - und dienen einer radikalen, alles andere als 'formlosen' Selbstfiktionalisierung und Selbst-Mythisierung des Künstlersubjekts.

Die Tagung geht von der literarischen (Dramen, Erzählprosa) und filmischen Produktion Achternbuschs aus, will aber auch das bildkünstlerische Œuvre einbeziehen, und wird versuchen, den medialen Grenzüberschreitungen und multimedialen Potenzierungen in seinen Büchern und Filmen ebenso auf die Spur zu kommen wie den je transportierten Themenkomplexen.

 

 


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