Prof. Stiglegger spricht über Märchenfilm als Hybridgenre des phantastischen Films

Am 13. und 14. Juni 2019 fand am Lehrstuhl für Romanische Philologie der RWTH Aachen eine internationale und interdisziplinäre Tagung zum Thema Märchenfilme statt, zu der Filmprofessor Dr. Marcus Stiglegger die einleitende Kyenote besteuerte.

Prof. Stigleggers Keynote am Lehrstuhl für Romanische Philologie der RWTH Aachen. Dort fand im Juni eine internationale und interdisziplinäre Tagung zum Thema Märchenfilme statt.

Märchenhaftes und Phantastisches gehören von Beginn der Filmgeschichte an zu den konstanten Themen, die in immer neuen Transformationen präsent bleiben. Insbesondere die Grimm’schen Kinder und Hausmärchen, vor allem in ihrer für Kinder konfektionierten Lesart, erwiesen sich von den frühen Filmen Georges Méliès an, als unerschöpfliche Quelle für attraktive Spielfilme. Doch neben der betont familienfreundlichen Lesart, nach Walt Disneys Erfolgsmodell, hat die internationale Filmgeschichte bis heute gezeigt, dass sich die Rückkehr zu den durchaus düsteren Ursprüngen der Märchenerzählungen auszahlt. Die Keynote sollte anhand internationaler Beispiele quer durch die Filmgeschichte die Vielseitigkeit des Phänomens aufzeigen, die bis heute in das amerikanische Blockbusterkino hineinwirkt.

Prof. Dr. Marcus Stiglegger gilt als Experte für Filmgenre-Forschung

Prof. Dr. Marcus Stiglegger, Film- und Kulturwissenschaftler, Vizepräsident und Professor für Film und Fernsehen der DEKRA | Hochschule für Medien Berlin, gilt als Genrespezialist. er ist Herausgeber des Handbuch Filmgenre, das bei Springer VS im Herbst 2019 erscheinen wird. Er eröffnete die Tagung, die dem Phänomen Märchenfilm hier im Kreis ausgewiesener Forscherinnen und Forscher aus den Bereichen Literaturwissenschaften, Kinder- und Jugendliteraturforschung sowie Filmwissenschaften nachging. Dabei stand vor allem die Fragestellung nach diachronen und diatopischen Unterschieden und Entwicklungen im Mittelpunkt der Diskussion.

In diesem Zusammenhang verdiente insbesondere der deutlich erkennbare Kontrast zwischen rezenten europäischen und nordamerikanischen Märchenfilmen eine eingehende Analyse, neben fundamentalen Differenzen sind hier namlich auch intermediale und interkulturelle Interferenzen auszumachen.

Auf Einladung des Lehrstuhlvertreters PD Dr. Ludger Scherer präsentierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer exemplarische Märchenfilme und diskutieren grundsätzliche Fragen der Gattung Märchenfilm diesseits und jenseits des Atlantiks. Die Tagung war universitätsöffentlich, interessierte Gäste waren herzlich willkommen.

 

Hier ein Blick auf das Programm der Veranstaltung an der RWTH Aachen

Donnerstag, 13. Juni 2019

  • 18.00 Eröffnung der Tagung im Raum B8/9 (Couven-Gymnasium) Grußwort der Dekanin der Philosophischen Fakultät der RWTH Aachen
    Einführung in das Tagungsthema: Ludger Scherer
  • 18.30 Marcus Stiglegger (Berlin): Keynote. Hinter den Spiegel. Der Märchenfilm als Hybridgenre des phantastischen Films
  • 19.30 Empfang

Freitag, 14. Juni 2019

  • 10.00: Hans-Heino Ewers (Frankfurt/Main): Entmythisierung und Remythisierung. Die erste Jim Knopf-Erzählung (1960) und ihre Fantasyverfilmung von Dennis Gansel (2018)
  • 11.00: Ingrid Tomkowiak (Zürich) "und es war Sommer". H.C. Andersens Märchen Die Schneekönigen im Film
  • 12.00: Christine Lötscher (Zürich): Schlaf, Assemblage, Empowerment. Dornröschen auf der Leinwand und im Fernsehen
  • Mittagspause
  • 14.00: Anna Stemmann (Frankfurt/Main): Vom Big Apple in den Zauberwald. Märchenpatchwork in Das zehnte Königreich
  • 15.00: Anika Ullmann (Lüneburg): "Germany, I should have known." Das Deutschlandbild in der NBC Serie Grimm
  • 16.00: Juliane Voorgang (Hochdorf): Narrative und kulturelle Transformationen in märchenhaften Musicalfilmen und -serien
  • Kaffee-Pause
  • 17.30: Roland Ißler (Bonn): Prunkpalast und Rosenplantage. La Belle et la Bete zwischen Disneyfizierung und Reeuropäisierung
  • 18.30: Ludger Scherer (Aachen/Bonn): Pinocchio im Film diesseits und jenseits des Atlantiks

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