Prof. Marcus Stiglegger bei den Berlinale Classics 2019

Die „Berlinale Classics“ präsentierten in diesem Jahr als Uraufführung den Director's Cut von Dominik Grafs Action-Thriller „Die Sieger“. Das Restaurationsteam der Bavaria Film fügte drei Szenen, die nicht mehr auf 35-mm-Material zur Verfügung standen, in die ursprüngliche Kinofassung ein. So kam dieser Film 25 Jahre nach seiner Erstaufführung in der ursprünglich geplanten Länge und digital bearbeitet auf die Leinwand.

Die „Berlinale Classics“ präsentierten in diesem Jahr als Uraufführung den Director's Cut von Dominik Grafs Action-Thriller „Die Sieger“. Vor der Uraufführung, am Montagabend, Dominik Graf, Film und Fernsehen Prof. Dr. Marcus Stiglegger und Dr. Rainer Rother im Haus der Berliner Festspiele.

Foto: Marian Stefanowski / Quelle: Deutsche Kinemathek

"Die Sieger" ist ein Ensemblefilm, der komplex angelegt und intelligent erzählt ist. Er wurde 1994 von der Kritik überwiegend ungnädig aufgenommen und floppte ebenfalls beim Publikum. Dies gibt aus aktueller Perspektive jedoch Anlass, sich tiefgehend mit dem Werk auseinanderzusetzen.

Daher trafen sich vor der Uraufführung, am Montagabend, Dominik Graf, Film und Fernsehen Prof. Dr. Marcus Stiglegger und Dr. Rainer Rother im Haus der Berliner Festspiele. In einem Gespräch gingen sie der Frage nach, warum Genre-Formen jenseits der Komödie in deutschen Kino- und Fernsehproduktionen eher seltene Ereignisse darstellen. Filmgenres sind nie statisch, sie wandeln sich, tauschen sich untereinander aus, vermögen zu verstören - und bilden gerade deshalb ein gewaltiges Kraftwerk des Films.

Mit ausgeprägtem Sinn für Traditionen der Filmgeschichte folgt Dominik Graf im Kino wie im Fernsehen auf vielfältige Weise einem ganz eigenen Verständnis filmischer Arbeit, deren konstante Verschiedenartigkeit ihn zu einer Ausnahmeerscheinung macht. Episch wie episodisch inszeniert er Genres auf eine eigene, aber sehr gewinnbringende Art. Er bezeugt produktiven Respekt vor ihren Formen und fordert sein Publikum angemessen heraus.

Als Film- und Fernsehregisseur hat Dominik Graf bei über 60 Filmen Regie geführt. Bereits im Jahr 2002 war er mit dem videominimalistischen Spielfilm "Der Felsen" im Wettbewerb der Berlinale vertreten, ebenso 2014 mit seinem Weimar-Film "Die geliebten Schwestern". 2010 wurde seine Fernsehserie "Im Angesicht des Verbrechens" beim Internationalen Forum des Jungen Films uraufgeführt.

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit Osram statt, dem weltweit führenden Hersteller für Bühnen-, Studio-, Kino- und Filmset-Beleuchtung. Osram erhielt 1983 und 1987 den Oscar für seinen herausragenden Beitrag zur Filmindustrie. Seit 2013 unterstützt Osram die Deutsche Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen.

Dr. Marcus Stiglegger ist Professor im Studiengang Film und Fernsehen und Vizepräsident der DEKRA | Hochschule für Medien in Berlin. Er forscht und publiziert zu diversen Themen der Film-, Fernseh- und Medienwissenschaft. Sein umfangreiches Handbuch "Filmgenre" erscheint demnächst im Verlag Springer VS. Das Handbuch bietet einen umfassenden Überblick über den Stand der Filmgenreforschung.

Das Handbuch stellt zum einen die Definition und die Begriffsgeschichte dar, umfasst darüber hinaus verschiedene Theorien und Ansätze zu Genres, stellt historische und lokale Perspektiven vor und thematisiert zum anderen detailliert verschiedene Filmgenres. Die thematisierten Genres rechen von Western, Kriminalfilm, Gangsterfilm, Thriller, Science Fiction, Horror, Fantasy, Komödie, Melodram, Abenteuerfilm, Musical, Kriegsfilm bis hin zum erotischen Film und werden allesamt in Einzelstudien analysiert.


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