Prof. Dr. Beuthner auf der Common Effort Konferenz zum Krisengebiet "Sahel Zone"

Prof. Dr. Michael Beuthner hielt im Oktober 2019 vor einem hochrangigen, internationalen Publikum aus Militärs, NGOs, Politikern und Medienvertretern einen Vortrag zum Thema “The creation and influence of narratives and counter-narratives”. Die Frage: Wie lassen gesellschaftliche Kommunikationsprozesse im Kontext instabiler Strukturen gestalten?

Prof. Dr. Michael Beuthner hält vor einem hochrangigen, internationalen Publikum aus Miltärs, NGOs, Politikern und Medienvertretern einen Vortrag zum Thema “The creation and influence of narratives and counter-narratives”.

In seinem Vortrag “The creation and influence of narratives and counter-narratives” ging Dr. Michael Beuthner (Professor und Studiengangsleiter im Studiengang Journalismus und PR an der DEKRA | Hochschule für Medien) eingangs auf aktuelle Beispiele ein, die die Auswüchse eines extremen Populismus verdeutlichten. Dazu gehörten u.a. die Klimahysterie, der Abgasskandal, der War-on-Media von Donald Trump etc. Erläuterungen zu einer zunehmenden Fragmentierung der Kommunikation und den dadurch generierten Echokammern und Filterbubbles, insbesondere in den Sozialen Medien, attestierte er einen fatalen Kollaps von Informationsnormen, an dessen Ende unsere Gesellschaft scheinbar kein einheitliches Verständnis mehr dafür formulieren kann, wie wir Informationen interpretieren sollen. Vor allem eine populistisch-demagogische Kommunikation verhindere zunehmend einen rationalen Diskurs.

Ziel der anschließenden Diskussions- und ganztägigen Arbeitsgruppenrunde war es, dass  die Teilnehmer gesellschaftliche Kommunikationsprozesse im Kontext instabiler Strukturen identifizieren und Ansatzpunkte zur Bearbeitung von Problemen wie Gerüchten, Fake-News, Mobilisierung von Bevölkerungsgruppen erarbeiten. Am Ende des Moduls entstand eine Ideenskizze für ein mögliches Forschungsprojekt in der Sahel Zone.

Wie aus Fact-Feeling wieder Fact-Checking wird

Beuthners These lautet dazu, dass wir uns nicht mehr im Zeitalter des Fact-Checkings, sondern im Zeitalter des Fact-Feelings befinden. Die populistische Erzeugung eines moralischen Furors erzeuge gläubige Follower, grenze wahres Wissen-Wollen aber aus. In einem zweiten Teil ging es dann eher um die Fragen, wie algorithmische System zukünftig dabei helfen könnten, Fake News und Gerüchte zu identifizieren und zu verifizieren, und wie Data-Mining-Systeme die Reaktionszeiten von Unternehmen, Behörden, Verlagen, Rundfunkanstalten etc. auf solche Unwahrheiten verkürzen können.

Die Teilnehmer wurden im anschließenden Workshop mit einem Beispielfall konfrontiert (Ebola) und recherchierten in Gruppenarbeit den Fall: Was ist realer Kern der Geschichte? Worin besteht der „Spin“? Die Gruppe diskutiert anschließend, was mögliche Hintergründe/Ziele sind und auf welchen Ebenen negative Effekte auftreten können (politisch, regional, Vertrauen, Gewalt etc.)? Am Ende der Gruppenarbeit wurden die Ergebnisse zusammengetragen. Leitfragen dabei waren: Wodurch charakterisieren sich Narrative? (Fake News, Propaganda, Gerüchte, Halbwahrheiten) und welche Effekte haben Narrative?

Die am Ende formulierte Skizze zu einer Projektidee weitete sich im Anschluss an die Konferenz zu einem konkreten internationalem Projektansatz aus, an dem neben Prof. Dr. Michael Beuthner auch Prof. John A. Kantara von der DEKRA | Hochschule für Medien,  Prof. Dr. Martin Emmer vom Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft  der FU Berlin, LTC Matthias Duchscherer vom 1 German-Netherlands Corps, G9 und Dr. Justine Coulidiati-Kielem, von der  L’Université d’Ouagadougou in Burkina Faso/ Westafrika beteiligt sind. 

Im Wesentlichen geht es dabei um die Frage, ob sich regionale oder kommunale Gemeinschaften durch die partizipative Nutzung von Podcasts besser bilden und stabilisieren lassen.

Über / About Common Effort

Common Effort is a training and strategic knowledge development platform for developing comprehensive approaches toward building effective interaction and cooperation between civil and military organizations in order to address the multiple dimensions of fragility and conflict. Common Effort was initiated by the 1 German/Netherlands Corps (1GNC), and in 2015 the Common Effort Community was established. To date, more than 50 NGOs, think tanks, governmental and military bodies have joined the Common Effort Community.

Common Effort 2019 introduces a three-year regional focus taking into account the foreign policy, security and development priorities of Germany and the Netherlands with a focus on the Sahel region. The three year focus will allow the Common Effort Community to better address the complexity of the region and helps the Community members to find their own role regarding the stabilization of the Sahel.


zurück zur Übersicht