Filmwerkstatt: Regisseur und Drehbuchautor Karl Golden stellt seinen neuen Film Bruno vor

Regisseur und Drehbuchautor Karl Golden zeigte im Rahmen der Filmwerkstatt an der DEKRA | Hochschule für Medien am 4. September 2018 Ausschnitte aus seinem neuen Spielfilm "Bruno". Er stand den Studierenden in der anschließenden Diskussion für Fragen zur Verfügung.

In der Filmwerkstatt an der DEKRA Hochschule für Medien stellt Regisseur Karl Golden Studierenden seinen aktuellen Film Bruno vor. Bruno thematisiert das Leben in der Londoner Großstadt und kann auch durch seine Besetzung punkten. Hier im Bild Regisseur Karl Golden an der DEKRA | Hochschule für Medien.

Regisseur Karl Golden in der Diskussion mit Studierenden an der DEKRA | Hochschule für Medien

Der Regisseur und Drehbuchautor Karl Golden war zu Gast bei der Filmwerkstatt der DEKRA | Hochschule für Medien und präsentierte seinen aktuellen Spielfilm "Bruno". Golden, der sowohl Regie führte als auch das Drehbuch verfasste, fand klare und motivierende Worte für die Studierenden: „Go make your f***ing film!“ Es bedürfe lediglich einer Story, die man unbedingt erzählen will.

In "Bruno" erzählt Golden die Geschichte von Daniel (Diarmaid Murtagh), der nach einem tragischen Verlust abgetaucht ist und erst durch die Begegnung mit einem kleinen Jungen (Woody Norman) loslassen und neu beginnen kann.

Die Handlung spielt in der Londoner Großstadt. Es ist ein rougher Sound, der auf emotionale, authentische Bilder und harte Cuts trifft und den Zuschauer mit einem „Spirit of a first film“ in seinen Bann zieht. "Bruno" überzeugt durch einen nahezu dokumentarisch anmutenden Look, der trotzdem nicht auf warme Farben verzichtet. Der Film wurde mit einem kleinen Team und überwiegend ohne künstliches Licht gedreht und befindet sich derzeit am Ende der Postproduktion.

Neben spannenden Einblicken in die Dreharbeiten von "Bruno" berichtete Karl Golden auch von seinen Erfahrungen im Filmemacherbusiness. Nicht zuletzt waren es seine ganz praktischen Tipps, die für eine gelungene Diskussion sorgten und die Studierenden ermutigten, ihre eigenen Ideen voran zu treiben. Ganz nach dem Motto: „You can get into trouble – but do the film“.

Nach dem Screening gab es Zeit für Fragen und Diskussion. Moderiert von Prof. Dr. Stiglegger berichtete Golden von seinen Erfahrungen auf dem Weg zum ersten Langfilm. Er motivierte die Studierenden, selbst kreativ und vor allem aktiv an ihre eigene Karriere heran zu gehen und sich zu trauen, „einfach anzufangen“. Es sprach dabei vor allem über Finanzfragen, Produktionsbedingungen und Rechtsangelegenheiten, denn sowohl in Großbritannien als auch in Deutschland sind sich freie Filmemacher oft mit einer Menge juristischer Hürden konfrontiert. Besonders junge Filmschaffende lassen sich davon manchmal abschrecken und werden gar nicht erst aktiv aus Angst, zu versagen.

Das Networking-Format Filmwerkstatt

Die Veranstaltung war vor allem für Studierende des Studiengangs Film und Fernsehen geöffnet. Vorbei kamen aber auch Studierende aus weiteren Studiengängen sowie einige interessierte Gäste. Die Filmwerkstatt ist ein wiederkehrendes Veranstaltungsformat, das Filmschaffende aus allen Bereichen in die Hochschule einlädt, um Ort von ihrer Arbeit, neuen Projekten oder ihrem Berufsweg zu berichten. So bekommen die Studierenden nicht nur die Möglichkeit, ein funktionierendes Netzwerk aufzubauen, sondern auch Antworten auf ihre individuellen Fragen. Außerdem kann das schon bestehende Netzwerk um weitere Profis aus der Branche erweitert werden, denn das Knüpfen von Kontakten gehört zu den wichtigsten Voraussetzung, um den Einstieg in die Medienbranche erfolgreich zu meistern.

Die Filmwerkstatt ist eine von den Film und Fernsehen-Professoren der DEKRA | Hochschule für Medien RP Kahl, Dr. Marcus Stiglegger und Rolf Teigler organisierte, regelmäßige Veranstaltung für Studierende und interessierte Gäste. Die Filmwerkstatt mit Karl Golden wurde von Prof. Dr. Udo Bomnüter präsentiert.

Biografie

Karl Golden studierte Film im Postgraduate Film Programme am Dublin Institute of Technology. Nach verschiedenen Kurzfilmen, unter anderem Still Rain, Dogsbody und Beached, hatte er sein Langfilmdebüt 2003 mit The Honeymooners. Der Film wurde erstmalig auf dem London Film Festival gezeigt und gewann den Zuschauerpreis beim Britspotting Festival in Berlin. Danach führte Golden Regie bei Belonging to Laura (2009), einer Adaption von Oscar Wildes Theaterstück Lady Windermere’s Fan, und dem Drama Pelican Blood (2010). Pelican Blood hatte Premiere auf dem Edinburgh Film Festival und war dort für den Michael Powell Award nominiert, später auch für den Best International Film Prize beim Zürich Film Festival. Es folgte der in der Rave-Szene der 1990er angesiedelte Film Weekender (2011). Im TV-Serienbereich ist er an der Dramaserie Broken von Ben Vanstone für die Pinewood Studios beteiligt. Seine aktuellen Filme Bruno und A Song for Maria (beide 2018) befinden sich derzeit in der Postproduktion. Er lebt und arbeitet in London und Berlin.

Udo Bomnüter ist studiengangsverantwortlicher Professor für Kommunikationsmanagement an der DEKRA | Hochschule für Medien. Seit 1996 ist er Geschäftsführer der Valerian Film GmbH, einer unabhängigen Berliner Film- und Fernsehproduktion. Er produzierte unter anderem die Genrefilme Drawn in Blood (2006) und Beyond Remedy (2009). 2013 promovierte Bomnüter über Erfolgsfaktoren filmischer Literaturadaptionen. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Geschäfts- und Erlösmodelle, Medientransfer, Medienfinanzierung und -politik mit Fokus auf den Film- und Fernsehsektor.


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