Björn Chatron

Der gebürtige Berliner hat 2019 an der DEKRA | Hochschule für Medien seinen Bachelor of Arts im Studiengang Medienmanagement (heute: Studiengang Kommunikationsmanagement) absolviert. Im fließenden Übergang hat er einen Job bei der Agentur Peak Ace bekommen, wo er als Performance Social Advertising Assistent arbeitet. Diese Stelle besetzt Björn Chartron ganz neu. Wie sein Studium ihn für die Berufswelt vorbereitet hat und welche Tipps und Tricks er für zukünftige Absolvierende hat, erzählt er im Interview.

Björn Chartron studierte Kommunikations- und Medienmanagement an der DEKRA | Hochschule für Medien in der Spezialisierung Mediendesign und arbeitet erfolgreich in einer Agentur für Online-Marketing.

Wie bist du an deinen jetzigen Job als Performance Social Advertising Assistent gekommen?

An diesen Job bin ich tatsächlich durch eine Kommilitonin, die Rebecca Seebacher, gekommen. Sie hat damals mit mir zusammen Medienpsychologie (heute Kommunikationspsychologie A. d. R. ) studiert, dann auch ihr Praktikum bei der Peak Ace AG absolviert. Derzeit arbeitet sie in dem Unternehmen als Angestellte. Und sie hat mich weiterempfohlen.

Hat dich das Studium ausreichend für deine aktuelle Arbeit vorbereiten können?

Nicht komplett, nein. Zumindest was die eigentliche Berufspraxis angeht. In der Branche, in der ich arbeite, ist es halt so, dass viel freiberuflich gearbeitet wird. Ich hätte mir zum Beispiel gerne gewünscht, dass man auch etwas darüber erfährt, wie man als Freiberufler arbeitet. Sprich: Wie man seine Rechnungen schreibt, was man steuerlich machen muss, was für Preise man verlangen kann. Einfach mehr Unternehmertum an sich wurde ich aber eigentlich ganz gut vorbereitet.

War das schon immer dein Traumjob?

Nein, ich wollte schon in die Medienbranche und auch in die Richtung Design. Trotzdem hätte ich nach dem Studium nicht gedacht, dass ich mal Facebook-Werbung machen werde. Es ist schon cool. Es ist jetzt nicht so, dass es mir keinen Spaß macht. Am Ende des Tages ist das aber immer noch Facebook-Werbung. Und so viele schauen sich das jetzt auch nicht an, beziehungsweise interessieren sich dafür und sehen das Ganze mit den Augen, mit denen ich es sehe. Auf langer Sicht würde ich eher in Richtung Branding gehen wollen und noch mehr im Designbereich arbeiten, vor allem großflächiges Design und große Formate interessieren mich. Vielleicht auch Brand Guidelines zu entwerfen für Unternehmen, die noch relativ neu sind.

Also könntest du dir durchaus vorstellen den Beruf, nochmal zu wechseln?

Naja, es ist ja bisher das Richtige. Ich sage ja nicht, dass ich in einem halben Jahr Lokführer werden möchte, so ist es nicht. Ich möchte schon in dieser Schiene bleiben. Ja, in der Branche bleibe ich auf jeden Fall.

Kannst du einige eurer größten Kunden nennen?

Airbnb war zum Beispiel eine sehr lange Zeit ein Kunde von uns. Die Kosmetikkette Sephora ist aktuell unser größter Kunde was das Budget angeht. Das Mineralöl- Unternehmen BP hatten wir auch. Ah, und Hertha BSC. Wir haben ein paar mehr, aber die habe ich auch nicht alle im Kopf. Ich habe ja auch nicht direkt mit den Kunden zu tun, aber das sind unter anderem die größten.

Was sind so deine alltäglichen Aufgaben im Beruf?

Also wie schon gesagt, ich gestalte die Facebook-Anzeigen. Die Stelle, die ich gerade habe, gab es in der Form früher nicht. Ich habe sie sozusagen neu bekleidet. Das Team an sich entwirft zuvor die Anzeigen von der technischen Seite, definiert die Reichweite, welche Kanäle genutzt werden und welches Format angewandt wird. Ich bin dann rein für das Design verantwortlich, also die Farben und so weiter. Im Alltag läuft das so ab, dass im Laufe des Tages Kollegen auf mich zukommen und zum Beispiel sagen: „Hier habe ich einen Auftrag. Dieser Kunde möchte dieses und jenes für den Black Friday haben. Kannst du das bitte entwerfen?“

Aber der direkte Kundenkontakt schließt sich doch für dich nicht aus, oder?

Bis jetzt habe ich noch keinen Kontakt zu Kunden. Ich arbeite auch erst seit zwei Monaten bei diesem Unternehmen. Ich hätte eigentlich ein Kundengespräch gehabt, allerdings habe ich dann ein anderes Meeting reinbekommen, weswegen ich das leider nicht wahrnehmen konnte. Auf lange Sicht ist aber geplant, dass ich an Kundenmeetings teilnehme.

Steigen durch bestimmte Werbeanzeigen die Verkaufszahlen. Kann man das messen?

Ja, das kann man durchaus. Man kann bei jeder Kampagne und Anzeige sehen, wie hoch der ROS (Return On Sales) ist. Das bedeutet im Großen und Ganzen, dass wir Einblicke darin haben, wie oft eine Anzeige angeklickt wurde, wie oft daraus eine Transaktionen für den Kunden geworden ist und wie oft sie dadurch verkauft wurden. Zudem können wir auch feststellen, ob eine statische Anzeige mehr oder weniger Klicks bringt als beispielsweise ein Video.

Gibt es einen Algorithmus oder Filter, der euch dabei hilft herauszufinden, bei welcher Zielgruppe diese dann angezeigt werden?

Ne, ne. Wir machen sehr viel über Facebook. Hinzu kommt, dass das nicht mein Arbeitsfeld ist. Das machen meine Kollegen. Jedes kleinste Detail wird hierbei ausgewertet. Ein Beispiel: Bei einer bestimmten Marke wollen wir erstrangig die weiblichen Facebook Nutzer kontaktieren. Zusätzlich kann man das Ganze filtern in die Altersgruppe 16 bis 49 Jahren oder sonst was. Wir können festlegen, dass nur Menschen im Alter von 20 bis 25 Jahren, die in diesem Moment am Kurfürstendamm unterwegs sind, die Werbung bekommen. Wir können das alles steuern, bis hin zur Tageszeit, an der es erscheinen soll. Also kurz gefasst bedeutet das, wenn du auf Facebook Werbung von etwas bestimmten kriegst, triffst du eine Zielgruppe ziemlich genau.

Hattest du nach deinem Studium irgendwelche Probleme, dich in die Arbeitswelt als Freiberufler zu integrieren?

Was auf jeden Fall immer hilft ist, dass man schon während seines Studiums Kontakte knüpft und diese dann mit der Zeit auch hält. Und damit meine ich nicht nur unter den Kommilitonen. Speziell zum Studiengang Journalismus und PR, soweit ich das richtig mitbekommen habe, gibt es oft Exkursionen mit Prof. Michael Beuthner oder Prof. John Kantara. Da ist es auch immer wichtig, das Ganze nicht nur als Spaß zu sehen, sondern auch durchaus mal Fragen zu stellen, Visitenkarten dabei zu haben, um diese dann auszutauschen. Und haltet Kontakt zu euren Kommiliton*innen. Ich habe zum Beispiel einen Kommilitonen, den Lennard Janning, der mich oftmals unterstützt, wenn ich irgendwo noch Probleme beim Entwerfen von Designs oder Unsicherheiten bezüglich eines Projekts habe. Dann frage ich ihn einfach: „Sorry, dass ich anrufe, aber wie findest du das? Was würdest du anders machen?“ Und genau so auch andersrum. Manchmal fragt er mich auch nach Sachen, bei denen er meine Meinung hören möchte.

Was sind deine Erwartungen für die Zukunft?

Gerade für den Anfang habe ich nicht zu hohe Erwartungen, sondern in die Branche reinzukommen ist zunächst wichtig. Wie gesagt, ich hätte nicht gedacht, dass ich Facebook Advertising machen würde. Allerdings hat die Agentur auch eine sehr gute Designabteilung. Auf lange Sicht möchte ich lieber dahin. Aber was intern passiert ist nochmal eine andere Sache. Dass man manchmal auch in den sauren Apfel beißen muss gehört dazu. Dass man sich selbst sagt: Ich mache das jetzt ein Jahr lang als Teilzeit, oder ich mache das Praktikum für ein Jahr. Aber kann da noch eine ganze Menge Kontakte knüpfen und vielleicht intern aufsteigen. Dass man sich nicht nur auf ein Ziel versteift, sondern auch mal links und rechts schaut, ist extrem wichtig.

Vielen Dank für das nette Gespräch!


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