Tagung: "Die Gesellschaft des Verbrechens" geht dem Thema Crime-TV auf den Grund

Am 08. Juli diskutierten internationale Gäste aus Film-, Literatur- und Medienwissenschaft die spezifischen Erzählweisen des Krimigenres.

Im Diskurs der eintägigen Veranstaltung standen internationale TV-Serien wie Dominik Grafs IM ANGESICHT DES VERBRECHENS, die US-Serien TRUE DETECTIVE und FARGO sowie die kanadische Serie HANNIBAL. Nach einer herzlichen Begrüßung durch die beiden Organisatoren, Prof. Dr. Kleiner von der hdpk und Prof. Dr. Stiglegger von der DEKRA Hochschule für Medien ging es direkt in den fachlichen Teil der Veranstaltung.

In der Keynote von Prof. Dr. Patricia MacCormack (Anglia Ruskin University, Cambridge) wurde HANNIBAL im Rahmen eines literarischen Ansatzes beleuchtet. Im zweiten Vortrag brachte Prof. Andrew Hood (Film & Television School, Bonn) biblische Sinnbilder in FARGO zur Sprache. Eine spannende Diskussionsgrundlage für die anschließende Gesprächsrunde, in der es auch um die Frage ging: Kann der nicht bibelfeste Zuschauer diese Allegorien überhaupt deuten? Prof. Hood sagt ja, denn man kann dem Zuschauer auch neue Dinge lehren, die ihn im zweiten Schritt verstehen lassen.

Nach diesem anregenden Gespräch ging es für die rund 60 Teilnehmer in die Mittagspause. Bei bestem Sommerwetter nutzten die Gäste die Zeit zum Austausch und Kennenlernen. Anschließend analysierte Dr. Wieland Schwanebeck (Anglistik, TU Dresden) die Serie  TRUE DETECTIVE bevor es dann mit einem ganz besonderen Gast in die abschließende Diskussion ging. Der Schriftsteller und Filmemacher Buddy Giovinazzo plauderte aus dem Nähkästchen, warum er Schluss endlich aus den USA nach Berlin gezogen ist und was die Unterschiede zwischen seiner Arbeit in den dort und in Deutschland sind. In den USA sei es so gefährlich, "da geht man aus dem Haus und wird unter Umständen erschossen. Hier bekomme ich maximal eins auf die Nase", sagte Giovinazzo mit einem Lächeln. Was die Arbeit angeht, so hat man hier in Deutschland bei Produktionen wie POLIZEIRUF 110 / SOKO LEIPZIG sehr gute Schauspieler zur Verfügung. Allerdings sei es schwierig erfolgreich zu sein, wenn man für eine Zielgruppe zwischen 16 und 66 Jahren produzieren soll, wie es im Öffentlich Rechtlichen Fernsehen gewünscht wird, weiß Giovinazzo zu berichten. Es sei schlichtweg unmöglich. Diese Erfahrungswerte aus dem Mund eines erfolgreichen Filmemachers zu hören, war ganz besonders für die Studierenden aus dem Bachelor Fernsehen & Film interessant zu hören. Sie nutzten die zahlreichen Kontakte und Austauschmöglichkeiten rege.

Damit war die Konferenz zum Thema Crime-TV ein gelungener Auftakt für weitere Veranstaltungen aus dieser Reihe, die in Kooperation mit der hdpk und der DEKRA Hochschule für Medien entstanden ist. Die nächste Konferenz findet dann im Hause der hdpk statt. Wir sind gespannt und freuen uns auf eine Fortsetzung.

Die Konferenz in Bildern

  

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